Nach Rohrbruch Stunden ohne Wasser

von Redaktion

Ein Wasserrohrbruch hat am vergangenen Donnerstag die Versorgung einer ganzen Siedlung in der Panger Straße in Raubling gekappt. Die Anwohner waren für mehrere Stunden bei Temperaturen von weit mehr als 30 Grad ohne Wasser. Die Feuerwehr half mit einem Tanklöschfahrzeug aus.

Raubling – Die Situation war äußerst unangenehm. Temperaturen von fast 35 Grad und kein Wasser. Nicht zum Trinken, nicht zum Duschen. Auch eine kurze Abkühlung am Gartenschlauch war nicht möglich, genauso wenig wie die Spülung auf der Toilette. „Das war schon eine gewisse Einschränkung“, sagt ein Mann aus Raubling. Wie viele andere Anwohner der Panger Straße in Raubling mussten er und seine Frau am Donnerstag auf Wasser aus der Leitung verzichten – bei hochsommerlichen Temperaturen.

Defekt an
der Hauptleitung

Schuld daran war ein Wasserrohrbruch an der Hauptleitung, die sämtliche Häuser an der Panger Straße versorgt. Das teilte Raublings Bürgermeisterin Franziska Pfaffenhuber am Donnerstagnachmittag mit. „Davon waren 86 Haushalte betroffen“, sagt sie einen Tag später am Telefon. Sie erklärt auch, wie der Schaden an der Leitung überhaupt aufgefallen war. Denn es sei nicht so gewesen, dass das Wasser bereits auf die Straße gelaufen ist und den Asphalt nach oben gedrückt hat. „Wir überprüfen ständig, ob es irgendwo Auffälligkeiten beim Wasserverbrauch gibt und ob das möglicherweise an der Leitung liegt“, sagt die Bürgermeisterin.

Da es im Bereich der Panger Straße eine solche ungewöhnliche Abweichung gab, sei ein Mitarbeiter der Gemeinde in der Nacht auf Donnerstag an die Stelle gefahren. Zu der Uhrzeit gibt es weniger störende Geräusche und man kann es besser hören, ob irgendwo Wasser sprudelt. Das habe der Mitarbeiter auch feststellen können und die Stelle markiert. Am Morgen sei die Straße aufgebaggert worden und die Reparaturen hätten begonnen – mit der Hoffnung, dass alles schnell geht.

Normalerweise dauert so etwas rund zwei Stunden, sagt Pfaffenhuber. Relativ schnell sei aber klar gewesen, dass es aber doch nicht ganz so einfach ist. Zunächst müsse die beschädigte Stelle am Rohr freigelegt und darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht wieder in den Arbeitsbereich nachläuft. Auch aufgrund der Nähe zur Nicklheimer Filze sei aber ständig Wasser nachgekommen. Erst mit mehreren Pumpen und einem größeren Bagger sei es gelungen, mit der eigentlichen Reparatur zu beginnen.

Die Ursache für das Leck an der Wasserleitung sei vermutlich altersbedingt, sagt Franziska Pfaffenhuber. Ein Bauteil sei in die Jahre gekommen und kaputtgegangen. „Das sind gewöhnliche Verschleißerscheinungen“, betont die Bürgermeisterin. Gegen 1.30 Uhr in der Nacht auf Freitag war der Schaden aber behoben – und das Wasser lief wieder durch die Leitung unter der Panger Straße.

Damit die Anwohner während der Reparaturarbeiten zumindest ein wenig Wasser haben, ließen sich die Gemeinde und die Feuerwehr etwas einfallen. „Wir haben das Feuerwehrhaus in Nicklheim besetzt, damit die Menschen sich dort etwas Wasser holen konnten“, sagt Paffenhuber. Auch wer am Abend duschen wollte, konnte bei der Feuerwehr vorbeischauen. Das Angebot sei auch angenommen worden, sagt Mathias Patsch, Kommandant der Nicklheimer Feuerwehr. Er und seine Kollegen seien zusätzlich mit einem Tanklöschfahrzeug mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern Wasser in der Panger Straße vor Ort gewesen – um zumindest Wasser für die Klospülung auszugeben.

Mit Zetteln in den Briefkästen und Durchsagen machte die Feuerwehr auch auf den Wasserrohrbruch und die Hilfen aufmerksam. Trotz der Hitze habe man so das „Beste daraus gemacht“, sagt Patsch. Der Zeitpunkt für den Wasserrohrbruch war dennoch ungünstig. „Bei diesen Temperaturen brauchen die Menschen natürlich Wasser zum Trinken und man freut sich, wenn man unter die Dusche kann“, sagt die Bürgermeisterin. Deshalb sei sie froh, dass jetzt wieder alles funktioniert.

Abkochverfügung
besteht weiterhin

Dennoch erinnert Pfaffenhuber daran, dass nach wie vor eine Abkochverfügung besteht. Das Wasser, das aus den Leitungen in der Panger Straße kommt, muss abgekocht werden. Egal ob vor dem Trinken, dem Waschen von Lebensmitteln oder dem Zähneputzen. Die Verfügung sei in einem solchen Fall ein normales Vorgehen zur Sicherheit. Wenn die Wasserleitung geöffnet wird, sei nicht auszuschließen, dass Dreck hineingekommen ist. Die restliche Gemeinde sei davon aber nicht betroffen, versichert die Rathaus-Chefin. Wie lange die Abkochverfügung gilt, könne sie noch nicht sagen. Mit Sicherheit aber noch bis Anfang nächster Woche. Für den Anwohner ist auch wieder Normalität eingekehrt. „Man muss es sowieso nehmen, wie es kommt. Aber es ist schon schön, dass wir jetzt wieder duschen können“, sagt er.

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