Aschau – Sven Herrmann ist ab dem 1. Juli Wirtschaftsreferent der Gemeinde Aschau. Der Gemeinderat billigte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Ernennung Herrmanns, nachdem dieser sich dem Gremium – dem er seit Mai selbst für die CSU angehört – vorgestellt und das Potenzial des Amtes erläutert hatte.
Herrmann betonte, dass er als Koordinator und Bindeglied fungieren und Ansprechpartner für wirtschaftsrelevante Anliegen innerhalb der Gemeinde sein wolle. Sei es bezüglich Förderung des Austauschs mit örtlichen Gewerbetreibenden und Unternehmen, die Unterstützung und Begleitung wirtschaftsfördernder Projekte und Maßnahmen, eine beratende Mitwirkung gegenüber Gemeinderat und Verwaltung oder die Berichterstattung über aktuelle Entwicklungen und Anliegen in wirtschaftsrelevanten Angelegenheiten der Gemeinde.
Zuerst müsse, so Herrmann weiter, der Ist-Zustand datengestützt ermittelt werden, dann gehe es um die Stärkung des Standorts – hier nannte Herrmann als Stichworte Arbeitsplätze vor Ort und Steigerung der Lebensqualität. Der Fokus sollte sich aber auch nach außen richten, also Handlungsfelder ausgehend vom Ist-Zustand, und Zielbranchen wie Handwerk, Dienstleistung, Produktion, Innovation definieren und bei Ansiedlungen priorisieren. Das Ziel sei „aktive Gewerbe-Akquise.“
Vorstellbar sei auch ein Wirtschaftsdialog mit zehn bis 15 Teilnehmern, zu Fragen wie beispielsweise „Was läuft gut, wo hakt es, was fehlt am Standort Aschau/Sachrang?“.
Bürgermeister Simon Frank (ZfA) erinnerte das Gremium an den amtseinführenden Gemeinderats-Workshop im Mai, bei dem die Thematik „Wirtschaftsförderung“ als elementarer Baustein für die kommenden Jahre benannt wurde. Auch wenn auf Verwaltungsebene der Teilbereich „Wirtschaftsförderung“ unter das Tourismus-Resort von Herbert Reiter falle, so sei man sich bei dem Workshop einig gewesen, dass der Erhalt innerörtlicher und gemeindeübergreifender Wertschöpfungsketten wichtige Grundlage für den Erhalt der nötigen finanziellen Ausstattung der Gemeinde durch korrelierende Steuereffekte sei. Ein ehrenamtlich agierender Wirtschaftsreferent sollte deshalb aus den Reihen des Gemeinderates kommen.
Frank betonte weiter, dass ein solches Amt eine interne Organisationsmaßnahme des Gemeinderats auf Grundlage des kommunalen Selbstverwaltungsrechts nach der Bayerischen Gemeindeordnung darstellte und dass der zu ernennende Wirtschaftsreferent grundsätzlich über keine eigenen Entscheidungs-, Verwaltungs- oder Weisungsbefugnisse verfüge. Sven Herrmann habe sich für dieses Amt zur Verfügung gestellt.
Die Gemeinderäte zeigten sich von dem ausgearbeiteten Konzept Herrmanns angetan und bestellten ihn ohne weitere Nachfragen zum ehrenamtlichen Wirtschaftsreferenten. Die Bestellung erfolgt bis längstens zum Ende der laufenden Wahlperiode des Gemeinderates. elk