Manege frei für über 200 junge Artisten
Artistische Vorführung mit Hula-Hoop-Reifen.
Stars in der Manege: Die Grundschulkinder aus Halfing und Höslwang. Clowns, Akrobaten und Jongleure eroberten das Zirkusrund. Liebevoll angeleitet von Familie Frank vom Circus Boldini.
Halfing – „Manege frei“ hieß es an der Halfinger Grundschule und ihrer Zweigstelle in Höslwang. Jeweils eine Woche lang durften erst die 125 Halfinger, dann die 68 Grundschüler aus Höslwang, Hemhof, Stephanskirchen und vielen weiteren Ortsteilen sich am großen Platz am Angerweg ausprobieren, sei es als Clown, als Artist oder beim Jonglieren.
Zur Vorführung am Ende der Woche ist dann die ganze Schulfamilie eingeladen, die jungen Artistinnen und Artisten zu bewundern. „Und alle, wirklich alle Kinder waren mit Feuereifer dabei“, lobt Schulrektorin und Klassleiterin Christine Dechansreiter.
Jedes Grundschulkind
ist einmal Zirkuskind
Seit 2014 gastiert die Zirkusfamilie Boldini – die siebenköpfige Familie Frank – alle vier Jahre in Halfing. So kann jedes Kinder einmal in seiner Grundschullaufbahn Zirkusluft schnuppern, betont Dechansreiter. Und jedes Mal sei es ein Erlebnis, ein klassenübergreifendes Wir-Gefühl, und es entstünden neue Freundschaften.
In die Manege einzuziehen, aufzutreten, bedeute, sich das zuzutrauen. Auch wenn etwas schiefgeht. „Eine wertvolle Erfahrung“, so sehen das auch die vier Höslwanger Grundschullehrerinnen, die „ihre“ Kinder zu den Proben und zur Zirkusvorführung begleiten.
Regina Williams ist eine von ihnen. Sie zeigt sich sehr angetan: Die Kinder können viele neue Talente an sich entdecken. Auch die, die sonst eher zurückhaltend sind, wüchsen da oftmals über sich hinaus.
Das Kunststück, Teller zu drehen, wirkt beim zehnjährigen Matthias sehr lässig. „Schau, du musst den Teller mit dem Finger andrehen, dann hochschmeißen und mit dem Stab auffangen.“ Seine Lehrerin, Steffani Marx, ist Zuschauerin. Ob sie auch mal probieren will? Sie schüttelt den Kopf: „Es ist eure Vorführung.“ Für die Aufführung hat Matthias einige Kunststückchen mit den Zirkustrainern einstudiert, verrät er.
Reinschnuppern
und aussuchen
„Am Montag durften wir überall reinschnuppern, und dann hat sich jeder seins rausgesucht“, berichtet der zehnjährige Leo. Gemeinsam mit Anna und Lea (beide neun Jahre alt) ist er im Akrobatik-Team. Brücke, Spagat, spontan gleiten die beiden Freundinnen elegantest in einen Spagat. „Aber das Beste kommt noch“, verkünden sie mit einem strahlenden Gesicht. „Wir bilden mit acht anderen Akrobaten eine vierstöckige Pyramide.“ Nicht nur, dass die Kinder sich das zutrauen, lobt Trainerin Mindy Frank, sondern mehr noch die Tatsache, dass die Kinder das hinbekommen: „Das schaffen normalerweise nur Ältere.“ Die zehn Artisten aus allen Jahrgängen strahlen ob des Lobs schon bei der Generalprobe.
Alle, wirklich alle, werden sie mitmachen, Kunststücke mit Hula-Hoop-Reifen vorführen, als Clowns auftreten, atemberaubende artistische Leistungen auf dem Drahtseil bieten und mit allen möglichen Dingen jonglieren. Wie ist es denn so, im Zirkus aufzutreten? Und überhaupt, wie war die Woche? „Wunderbar… aufregend … cool“, strahlen die Kinder.
Gemeinsame Zirkuswoche schweißt zusammen
Möglich macht das Projekt die Schulfamilie, also Lehrer, Elternbeirat und Eltern, sowie die Familie Frank vom Circus Boldini. Die Hauptdarsteller aber sind die Grundschulkinder. Bei der Frage, ob es ihnen was ausgemacht habe, dass quer durch alle Altersgruppen und Jahrgänge durcheinandergewürfelt wurde, schütteln die Mädchen und Jungen den Kopf. Die gemeinsame Woche, bei der sie jeden Tag für ihre jeweiligen Nummern geübt haben, hat sie zusammengeschweißt. Keiner wirkt nervös oder aufgeregt bei der Generalprobe.
Bei der Zirkusvorstellung hat alles bestens geklappt, berichtet Regina Williams für die Höslwanger Grundschule im Nachgang. Auch Rektorin Dechansreiter kann nur Positives berichten. Die Kinder waren begeistert, die Lehrkräfte ebenso und auch von Elternseite gab es uneingeschränktes Lob. Und natürlich riesigen Applaus.
In vier Jahren soll es wieder in Halfing und Höslwang heißen: „Manege frei.“
Matthias (10) jongliert mit einem Teller. Fotos Grundschule Halfing