Führungswechsel im Sozialwerk

von Redaktion

Neuer Vorsitzender und frischer Kurs beim CSW Flintsbach – Bürgermeister Holger Steiner übernimmt

Flintsbach – Das Christliche Sozialwerk (CSW) Degerndorf-Brannenburg-Flintsbach stellt sich neu auf: Mit einem Führungswechsel, viel Ehrenamt und einer Geschäftsführung, die auf Prävention und Miteinander setzt, richtet der Verein seinen Blick nach vorn. Der Wechsel an der Spitze markiert einen Einschnitt, der über die formale Neubesetzung hinausreicht. Nach zwölf Jahren verabschiedete sich Stefan Lederwascher aus dem Amt des Vorsitzenden – ein Abschied, der in der Wendelsteinhalle von Dankbarkeit geprägt war.

Stefan Lederwascher
geht nach zwölf Jahren

Lederwascher hatte den Verein durch anspruchsvolle Jahre geführt. Viele Angebote, die heute selbstverständlich erscheinen, wären ohne das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher nicht denkbar gewesen. Mit der Wahl des neuen Flintsbacher Bürgermeisters Holger Steiner übernimmt nun ein Kommunalpolitiker Verantwortung, der das Sozialwerk seit Langem kennt.

Während sich die Mitglieder von Lederwascher verabschiedeten, richtete sich der Blick zugleich auf die Frau, die das operative Geschäft prägt: Nathalie Winterling, examinierte Altenpflegerin und Gesundheitsökonomin, führt als geschäftsführende Pflegedienstleitung die rund 80 Mitarbeiter des Sozialwerks. Unter ihrem Dach sind Tagespflege, ambulante Dienste, betreutes Wohnen und Projekte wie „SeLA – Selbstbestimmt Leben im Alter“ oder „PaSst – Unterstützung für pflegende Angehörige“ miteinander verzahnt. Winterling spricht von einem „Alles-unter-einem-Dach-Modell“, das älteren Menschen Orientierung geben soll – getragen von Fachkräften, Ehrenamtlichen und langjährigen Wegbegleitern.

Besonders sichtbar wird dieser Ansatz im Mehrgenerationenhaus Flintsbach, das sich zu einem lebendigen Ort der Begegnung entwickelt hat. Hier frühstücken Kinder der Krippe mit Seniorinnen. Hier wird gebastelt, gespielt und gemeinsam gekocht. Viele Angebote werden von Ehrenamtlichen begleitet, die Zeit schenken und eine Atmosphäre schaffen, die weit über Betreuung hinausgeht.

Winterling will diese Alltagsnähe stärken und das Ehrenamt weiter ausbauen. Pflegende Angehörige sollen stärker eingebunden und qualifiziert werden – nicht nur als Unterstützer, sondern als Menschen, die selbst Orientierung und Entlastung benötigen. Das Haus soll ein Ort sein, an dem Generationen voneinander profitieren und Beratung niedrigschwellig möglich bleibt.

Auch im Bereich der Prävention setzt das Sozialwerk neue Akzente. Sport- und Bewegungsangebote für ältere Menschen sollen ausgebaut werden. „Ziel ist es, Menschen länger mobil zu halten – und damit Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern“, sagt Winterling. Statt den Tag im Sessel zu verbringen, sollen Senioren aktiv bleiben – mit Spielen, kreativen Angeboten und einfachen Bewegungsprogrammen. Viele dieser Aktivitäten werden ebenfalls von Ehrenamtlichen begleitet.

Die Tagespflege, ein Kernbereich des Sozialwerks, steht vor Herausforderungen. Die Nachfrage steigt deutlich, weil nun zunehmend geburtenstarke Jahrgänge Unterstützung benötigen. Der Fachkräftemangel ist im Sozialwerk derzeit nicht spürbar. „Wir konnten bislang alle Stellen mit qualifiziertem Personal besetzen“, sagt Winterling. Sie setzt auf Fortbildung, klare Standards und eine engere Verzahnung mit ambulanten Diensten. Zur Teilhabe gehört für sie auch Mobilität: Das Bürgermobil, das seit Jahren von Ehrenamtlichen gefahren wird, soll weiter ausgebaut werden.

Mit dem Abschied Lederwaschers und dem Amtsantritt Steiners steht das Sozialwerk an einem Punkt, an dem Tradition und Erneuerung aufeinandertreffen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob der Verein die Balance zwischen gewachsenen Strukturen und notwendiger Professionalisierung findet.

Ausblick auf Fest zum
70-jährigen Bestehen

Gelegenheit zur Standortbestimmung bietet das Jubiläum im kommenden Jahr: Am 19. September feiert das Sozialwerk sein 70-jähriges Bestehen – ein Fest, das unter dem Motto „Für alle!“ stehen soll und den Anspruch des Vereins auf den Punkt bringt: Ein Ort zu sein, der Menschen im Alter nicht nur versorgt, sondern ihnen Teilhabe ermöglicht. Dass dies gelingt, liegt nicht zuletzt an den vielen Menschen, die sich hier – haupt- wie ehrenamtlich – mit Zeit, Herz und Kompetenz einbringen.

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