Stephanskirchen – Trotz sommerlicher Hitzewelle ließen sich die Schüler der Musikschule Stephanskirchen nicht von ihren Darbietungen abhalten und sorgten beim diesjährigen Sommerkonzert im Antretter-Saal für musikalische Erfrischung.
„Ohne Schweiß kein Preis!“ – unter diesem Motto hätte der Abend stehen können. Den Auftakt machte das Blockflötenorchester unter der Leitung von Christine Sedlmeier, das mit dem Tanz „Ungaresca“ das Publikum ins 16. Jahrhundert entführte. Obwohl die Melodie auf einem sich wiederholenden Motiv basiere, bewiesen die jungen Musiker eindrucksvoll, welche klangliche Vielfalt sich den verschiedenen Blockflöten entlocken lässt.
Souveräner
Auftritt
Anschließend traten drei junge Schlagzeuger aus der Klasse von Min-Tzu Lee auf, die in diesem Schuljahr neu zum Kollegium am Schloßberg gestoßen ist. Die drei Nachwuchsmusiker meisterten ihre ersten Auftritte vor einem so großen Publikum souverän.
Für exotisches Flair sorgte Ferdinand Ganslmaier aus der Trompetenklasse von Regina Huber mit dem Stück „Orientale“. Mit seinem warmen Ton und einer fein abgestimmten Klanggestaltung zeigt er, welche Ausdrucksmöglichkeiten in der Trompete stecken.
Danach wechselte das Programm vom Blech- zum Holzblasinstrument: Drei junge Querflötistinnen aus der Klasse von Christina Hertkorn präsentierten ein Preludio von Johann Joachim Quantz und überzeugten dabei mit klanglicher Balance und aufmerksamem Miteinander. Die junge Geigerin Romy Vogt aus der Violinklasse von Agnes Csonka Ristivojevic erfüllte den gesamten Antretter-Saal mit ihrem vollen, warmen Klang, sobald sie den Bogen auf die Saiten setzte. Mit einer für ihr Alter beeindruckenden musikalischen Souveränität präsentierte sie ihr Werk.
Die Streichensembles von Josefine Pauler nahmen das Publikum anschließend mit auf eine musikalische Reise, bei der sich Hollywood-Flair mit irisch anmutenden Melodien abwechselte. Nicht nur die Füße im Takt, sondern auch die Fächer im Publikum kamen dabei ins Wippen. Einen reizvollen Kontrast dazu bildeten Daria Weise und Leni Luttenberger an den Altblockflöten. Mit einem Werk von Giuseppe Sammartini entführten sie die Zuhörer in die Klangwelt des Barock. Ihr fein abgestimmtes Zusammenspiel und ihre große Musikalität hätten die sommerliche Hitze für einen Moment vergessen lassen und eher an die angenehme Kühle historischer Schlossgemäuer erinnert.
Für eine besondere musikalische Überraschung sorgte das Ensemble „TGRZ“ unter der Leitung von Jan Philipp Meier mit einem Arrangement des Songs „Zombie“ von den Cranberries für Horn und drei Gitarren. Kreativ arrangiert und mit großer musikalischer Qualität vorgetragen, hinterließ das Ensemble einen bleibenden Eindruck. Einen echten Gänsehautmoment lieferte schließlich das letzte Stück des Abends – unabhängig von den Außentemperaturen. Jan Philipp Meier und seine Gitarrenklasse stimmten von verschiedenen Plätzen im Publikum aus Bruno Mars‘ „Count on Me“ an, sodass nach und nach der ganze Saal mitsang. In einer Zeit, in der das Verbindende oft gesucht werde, zeigte die Musik damit einmal mehr ihre besondere Kraft – ein bewegender Moment des Miteinanders und ein rundum gelungener Abschluss.