Frasdorf – Um berufstätige Familien zu unterstützen, haben die Gemeinden Frasdorf und Samerberg eine gemeinsame Ferienbetreuung für Grundschüler ins Auge gefasst. Der Frasdorfer Gemeinderat befürwortete nun einmütig die Ausarbeitung eines interkommunalen Konzepts.
Es hat sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung zunächst nur um ein Meinungsbild gehandelt, wie Frasdorfs Bürgermeister Daniel Mair (CSU) betonte. Ist es vorstellbar, dass die Gemeinde Frasdorf eine interkommunale Ferienbetreuung mit einer anderen Gemeinde eingeht? Die Gemeinde Samerberg wäre an einer solchen Zusammenarbeit interessiert. Anfang Juni hat es hierzu bereits ein Gespräch mit der Samerberger Bürgermeisterin Susanne Kunz und den Verwaltungen gegeben.
Mair sagte weiter, dass der Bedarf an verlässlicher Ferienbetreuung für Grundschulkinder aufgrund der veränderten Arbeits- und Lebensrealitäten von Familien stetig zunehme. Um den Eltern der Schüler der ersten bis vierten Klasse der Grundschule Frasdorf ein bedarfsgerechtes Angebot zu machen, wurden verschiedene Optionen geprüft. Beispielsweise zwei Wochen in Frasdorf und dann zwei Wochen in Samerberg.
Geschäftsleiter Andreas Oppacher hatte auch schon nachgerechnet: Die Kosten beliefen sich nach aktueller fiktiver Berechnung bei einer Gruppe von zehn Kindern auf 170 Euro je Kind und Woche in der Ferienbetreuung. Aber: „Der Freistaat Bayern unterstützt die kommunale Ferienbetreuung nicht.“ Überhaupt sei das Ganze ein Planspiel, denn die Kosten richteten sich nach der Anzahl der Kinder. Eine andere Option wäre, so Mair weiter, dass Samerberg sich anderweitig umsieht und dass die Frasdorfer Grundschulkinder den Hort in Wildenwart besuchen. Dort werden ja auch Betreuungsmöglichkeiten in den Ferienzeiten angeboten. „Aber derzeit nimmt keine Frasdorfer Familie dieses Angebot an.“ Auch in Samerberg habe noch niemand danach gefragt.
Josef Enzinger (PWGF) hakte nach, ob es das brauche. Das brauche es, bestätigte Bürgermeister Mair. Auch wenn es nur ein Kind sei, gebe es einen gesetzlichen Anspruch. Eine interkommunale Kooperation sei gewissermaßen eine Absichtserklärung. Auf Nachfragen von Christine Domek-Rußwurm (CSU) erklärte Mair, dass dieser Anspruch auf Betreuung 365 Tage im Jahr gelte. Während der Schulzeiten decke die Mittagsbetreuung dies ab, aber in den Ferien gebe es diesbezüglich noch nichts. Was die Kosten angeht, so werde je Kind abgerechnet und unter den beiden Gemeinden aufgeteilt. Egal, ob in einer Gruppe acht Samerberger und zwei Frasdorfer Kinder seien oder eine andere Zusammensetzung.
Helmut Freund (Bayernpartei) befand eine interkommunale Zusammenarbeit für die Ferienbetreuung als „charmant“. Er werde sich dafür aussprechen, denn für den Fall der Fälle brauche es einen Notfallplan.
Xaver Brehmer (CSU) meinte, dass die Frasdorfer Kinder doch auch nach Wildenwart könnten. Gleichwohl sei eine Absichtserklärung gut. Klaus Ofner (FWGU) hakte beim Personal nach. Dieses hätte man, auch was einen möglichen Einsatzort betreffe, antwortete der Frasdorfer Rathauschef.
Enzinger fragte, ob man dieses Angebot nicht offensiv anbieten sollte. Bürgermeister Mair verwies auf die bislang sehr geringe Nachfrage. Aber: „Wir wollen vorbereitet sein.“ Er wiederholte, dass dies nur eine Meinungsabfrage gewesen sei.
Er entnehme den Wortmeldungen, dass sich der Gemeinderat eine grundsätzliche Zusammenarbeit mit der Gemeinde Samerberg im Bereich der Ferienbetreuung vorstellen könne. Die Gemeinderäte stimmten dem einmütig zu. Die Verwaltung soll nun ein entsprechendes Konzept für eine gemeinsame Ferienbetreuung ausarbeiten. elk