Kettensäge trifft Aquarell: „Die fabelhafte Welt des Josef Huber“

von Redaktion

Tiroler Künstler zeigt kontrastreiche Werke in Ausstellung im Kiefersfeldener „Blaahaus“


Kiefersfelden
– Unter dem Titel „Die fabelhafte Welt des Josef Huber“ präsentiert der im Tiroler Ort Rettenschöss lebende Künstler Josef Huber im Kieferer Industriemuseum „Blaahaus“ seine Arbeiten, die bewusst Ecken, Kanten und Bruchstücke zeigen. Zur Vernissage am vergangenen Sonntag begrüßte Bürgermeister Hajo Gruber sowohl den Künstler als auch viele Kunstinteressierte. „Es ist für uns ein großes Glück, im Industriemuseum wieder einen außergewöhnlichen Künstler zeigen zu dürfen“, so der Rathauschef und Kunstinteressierte, der dazu einlud, in die Welt des Künstlers Josef Huber einzutauchen.

Seine Person und seine außergewöhnliche Kunst zogen dann das Interesse der Besucher auf sich, denn für ihn „ist es schön, über Kunst sprechen und sie zeigen zu können“. Er „liebt die Freiheit, alles zu machen und das ist für mich die Motivation“. Dabei bleibt nichts so, wie es war, „denn alles, was mir in die Hände fällt, wird verändert“, und damit war der Weg frei für eine Ausstellung der etwas anderen Art. Nicht die „kompromisslose Schönheit“ der Werke stand im Vordergrund, sondern die schöpferische Vielfalt des Künstlers. Im Gespräch erklärte er, dass er „gerne mit Gummi arbeitet, egal ob Auto- oder Fahrradreifen“. Auch Bilderrahmen stehen bei ihm hoch im Kurs, „aber nur zerschlagen, damit die ursprüngliche Schönheit verloren geht, denn ich will das Einfache, Schöne irgendwie verändern“, so der gelernte Maler.

Josef Huber ist bekannt für seinen kompromisslosen Stil. Er sprengt ständig und bewusst die Grenzen der klassischen Malerei und modellierenden Kunst, indem er beispielsweise zarte Aquarelle mit der rohen Gewalt der Kettensäge kombiniert und bearbeitet. In seinen Skulpturen aus massiven Baumstämmen und Collagen aus unkonventionellen Materialien wie zerplatztem Gummi, zerfetzen Ölgemälden oder zerstörten hölzernen Bilderrahmen sucht er nach der Wahrheit hinter der scheinbar glatten Oberfläche. Seine Werke thematisieren die Zerbrechlichkeit und Härte des Lebens gleichermaßen.

Das und vieles mehr nahmen die Besucher beim Betrachten seiner Installationen auf, deren Entstehung und Intention der Künstler auf Wunsch auch ausführlich erklärte. Seine Art, Kunst zu schaffen, ist nicht alltäglich, denn bei seinem Schaffen kombiniert er beispielsweise zarte Aquarellkunst mit der rohen Gewalt einer Kettensäge und verzichtet bewusst auf das Liebliche, schafft dafür Raum für das von ihm geliebte Echte und Unverfälschte.

Ausstellungsende 26. Juli

Zu sehen sind in der Ausstellung, die am Sonntag (26. Juli) endet, überwiegend neue Werke des Künstlers.

Das Industriemuseum „Blaahaus“ ist jeweils am Donnerstag sowie an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderführungen für Gruppen sind nach Vereinbarung jederzeit möglich. Eine telefonische Buchung ist unter 08033/ 976527 oder per E-Mail an info@kiefersfelden.de möglich.

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