1.000-Jahr-Feier im Rathaus
Der damalige Bürgermeister und Festleiter Sebastian Grad bei der Eröffnung der Festwoche im Festzelt. Die Aufnahme entstand im Juli 1986. Foto Volkhard Steffenhagen
Eine Ausstellung im Rathaus in Flintsbach am Inn lässt das Jubiläumsjahr 1986 wieder aufleben. Die am Freitag, 31. Juli, beginnende Schau zeigt Fotografien und Tagebucheinträge der 1.000-Jahr-Feier, die an ein prägendes Gemeinschaftserlebnis erinnern.
Flintsbach – 40 Jahre sind vergangen, seit die Gemeinde ein Jubiläum feierte, das den Ort am Inn für ein Jahr in einen Ausnahmezustand versetzte. 1986 erinnerte Flintsbach an „1.000 Jahre Siedlungsgeschichte unter dem Namen Flintsbach“ – ein symbolisches Datum, das sich auf die erste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens in den Traditionsbüchern des Hochstifts Brixen stützt.
Zwischen 975 und 1.006 ist dort ein Gütertausch verzeichnet, bei dem Bischof Albuin aus dem Geschlecht der Aribonen ein Gut in Flintsbach von dem Edlen Odalrich und dessen Frau Adalsuuind erhielt. Eine knappe Notiz, überliefert in einer mittelalterlichen Handschrift, die zum Ausgangspunkt eines Festjahres wurde, das die Gemeinde mit Hingabe gestaltete.
Die Fotografien, die nun im Sitzungssaal des Rathauses gezeigt werden, führen zurück in dieses Jahr, in dem Flintsbach sich mit großer Selbstverständlichkeit als Bühne verstand. Sie zeigen die Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Georg Ratzinger, die in Flintsbach sangen, und den Festgottesdienst, den Kurienkardinal Joseph Ratzinger zelebrierte.
Sie zeigen den historischen Innenhof der „Alten Post“, in dem ein internationaler Folkloreabend stattfand, und die Hauptfestwoche, in der das Bataillonsfest der Gebirgsschützen und ein historischer Festzug zahlreiche Besucher anzogen. Auch das Volkstheater ist präsent, mit dem Singspiel „Der Holledauer Fidel“, das damals zum Jubiläumsjahr beitrug. Die Bilder wirken heute wie Momentaufnahmen eines Dorfes, das seine Geschichte nicht museal betrachtete, sondern sie lebte – mit Stolz, mit Neugier, mit einer Leichtigkeit, die man auf den Gesichtern der Menschen erkennt.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Tagebucheinträge des damaligen Festleiters und Bürgermeisters Sebastian Grad. Zusammen mit Presseberichten und einem digitalisierten Film entsteht ein Bild eines Jahres, das die Gemeinde prägte – nicht als nostalgische Rückschau, sondern als gemeinschaftliches Erlebnis, dessen Resonanz bis heute spürbar ist. Die Ausstellung ist von Freitag (31. Juli) bis Freitag (14. August) im Sitzungssaal des Rathauses zu sehen. Sie öffnet täglich von 8 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei.