Eggstätt – Sepp Höck, Behindertenbeauftragter der Gemeinde Eggstätt, war dieser Tage in der Eggstätter Grundschule, um mit seinen beiden Begleitern Karin Seidl und Tschali Wastl der vierten Klasse die Thematik „Menschen mit Schwerbehinderung“ zu verdeutlichen. Nach vielen Fragen der interessierten Schüler und einem spannenden Parcours mit vielen Hindernissen endete ein kurzweiliger Schulvormittag.
Warum bleibt ein Kind
einfach sitzen?
Gleich zu Beginn der Stunde schilderte Sepp Höck eine Geschichte, in der eine Busfahrt ins Deutsche Museum stattfinden soll und in der alle Schüler dann in Richtung Omnibus laufen. Nur ein Kind bleibt sitzen. Warum? Schnell war den Schülern klar, dass nur ein gehörloses Kind aus der Klasse das nicht mitbekommen hatte und deswegen auch nicht mitgelaufen war.
Verschiedene Handicaps können für einen Menschen unterschiedlichste Auswirkungen haben, erklärten die Behindertenbeauftragten. Bei einer Sinnesbehinderung hören oder sehen Menschen wenig oder gegebenenfalls gar nichts. Mit einer körperlichen Behinderung können Betroffene im Regelfall nicht oder nur bedingt laufen. Wieder andere Personen haben kognitive Einschränkungen, das bedeutet geistige Defizite. In all diesen Fällen kann es sich um eine angeborene oder erworbene Beeinträchtigung handeln. Fakt ist aber, dass diese Personengruppen gegen vielerlei Barrieren ankämpfen müssen – sowohl gegen bauliche Hindernisse als auch gegen menschliche Einstellungen.
Dazu hatten die Schüler natürlich unzählige hintergründige und pfiffige Fragen an den Rollstuhlfahrer Sepp Höck, an Karin Seidl als Mutter eines mehrfach behinderten Sohnes und an den „Rollatorgänger“ Tschali Wastl. Um den Viertklässlern die Problematik besser zu verdeutlichen, wurden verschiedene Parcours aufgebaut, in denen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aus dem alltäglichen Leben eingebaut waren.
Dabei stellten sich viele praktische Fragen: Wie benutzt man zum Beispiel einen Rollstuhl und kippt ihn vor einem Hindernis, ohne nach hinten umzufallen? Mit welchen Möglichkeiten vermittelt man Gehörlosen oder Blinden einen gefahrenfreien Weg zum gewünschten Ziel? Wer benutzt Rollatoren oder Krücken zum Laufen? Und welche Hilfsmittel gibt es generell für verschiedene Behinderungen, wie setzt man sie ein und wie kommt der Bedürftige überhaupt daran?
Spannend: Der Rollifahrer und sein Auto
Nachdem alle Schüler mit voller Begeisterung die verschiedenen Parcours absolviert hatten, zeigte Sepp Höck den Kindern noch, wie ein Rollstuhlfahrer am besten in sein Auto kommt, wie er den Rollstuhl dann im Wagen verstaut und wie das Fahrzeug generell zu bedienen ist. Nachdem drei Schulstunden wie im Flug vergangen waren und die Schüler riesigen Spaß hatten, versprachen die drei Behindertenbeauftragten, auch im nächsten Jahr wiederzukommen.