Aschau im Chiemgau – Dass die Menschen Dr. Christian Elsen, den „Pfarrlehrbua“ (wie er sich selbst bezeichnete), nur ungern aus dem Pfarrverband Oberes Priental haben ziehen lassen, ist bei der Nachprimizfeier deutlich geworden. Vertreter der politischen Gemeinde aus Aschau und Frasdorf, gut ein Dutzend Fahnen- und Vereinsabordnungen der Ortsvereine aus Aschau, Frasdorf, Sachrang und Umrathshausen sowie eine Heerschar an Ministranten, Kommunionkindern und Gläubigen sind zugegen gewesen. „Gsteckt voll ist’s“, raunte sich da so mancher Kirchenbesucher zu.
Kirche nah am
Menschen
Elsens „Lehrherr“, Aschaus Pfarrer und Geistlicher Rat Paul Janßen, Pfarrer Philipp Werner aus Prien, der vor zehn Jahren selbst seine Nachprimiz in Aschau feierte, Elsens Mitstudent und heutiger Pfarrer Johannes Wende aus Fulda, Pfarrer Wolfgang Rick, Seelsorger der Bad Honnefer Malteser, sowie Pfarrer Hermann Overmeyer, Seelsorger im Pfarrverband Oberes Priental, und Pastoralreferentin Monika Kleber waren um den Tisch des Herrn in der Aschauer Pfarrkirche zur Darstellung des Herrn.
Pfarrer Janßen betonte in seiner Begrüßung, dass das Mit-Leben, das Teilen des Glaubens, die Offenheit, das Interesse, die Klarheit und die verständliche Sprache Elsen auszeichneten.
In seiner Predigt holte Elsen weit und doch bündig aus: Er spannte den Bogen von der Zeit vor 1914 über die Worte aus dem Matthäus-Evangelium vom guten Sämann bis hin zu der Frage, was das Gleichnis vom Samenkorn für die Kirche von heute bedeute.
Die Kirche wolle nahe beim Menschen sein, und egal, ob Entscheidungschrist (bewusst im christlichen Glauben lebend) oder Unterstützer (nicht zum inneren Kreis gehörig, aber gut findend, „was die machen“) – die Einheit in der Vielfalt zeichne die Kirche aus. Dafür brauche es christliches Selbstbewusstsein, Gottvertrauen und Hoffnung. Für Lacher sorgte Elsen, als er sein Gleichnis vom Gottes- und Wirtshaus mit dem Wunsch enden ließ: „Bitte die Kirche gelöster verlassen.“
Bevor Elsen die Fahnenbänder segnete und den Primizsegen erteilte, traten noch Aschaus Erster Bürgermeister Simon Frank und Petronilla Keil vom Pfarrgemeinderat Frasdorf vor.
Bürgermeister Frank dankte Elsen. Dieser habe seine Berufung gefunden; für den kirchlichen Dienst brauche es Mut, Stärke, „an Schneid“ und Überzeugung. „Als Brückenbauer und als Handwerker Gottes“ werde Elsen künftig Menschen ein Leben lang begleiten, wofür er ihm „ein zuversichtliches Herz, eine helfende Hand und ein offenes Ohr“ wünschte. Gemeinsam mit Frasdorfs Bürgermeister Daniel Mair überreichte er Elsen ein Buchgeschenk.
Petronilla Keil bedankte sich im Namen des Pfarrverbandes für den von Elsen geleisteten Dienst „im vielfältigen, arbeitsreichen und traditionsbewussten Priental“. Sie wünschte Elsen, dass er viele mit der Begeisterung für den Glauben anstecken möge. Zum Dank bekam Elsen vom Pfarrverband ein im Kloster Thyrnau (Diözese Passau) angefertigtes grünes Messgewand.
Dank und weltliche
Feier
Elsen dankte wiederum allen, die seine zwei Jahre Dienst in Aschau und die gemeinsam gefeierte Primiz bereichert hatten. Insbesondere erwähnte er Pfarrer Janßen. Dessen treue, aufrichtige, ehrliche, moderne und katholische Art mache Janßen zu einem guten Hirten, der zudem gut kochen könne. Er hoffe auf das gleiche Ethos.
Dass Elsens Primizspruch anlässlich seiner Priesterweihe – „Preise den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“ (Psalm 103,2) – zur Nachprimizfeier passte, zeigte die anschließende Feier im und rund um das Pfarrheim. Mit einer Fahnenordnung ging es vom Kirchplatz zum Pfarramt. Ein heiteres Lied des Männergesangsvereins, ein munteres Bläserstück, vorgetragen von der Musikkapelle Aschau, und der Ehrensalut der Königlich Bayerischen Gebirgsschützenkompanie Aschau im Chiemgau läuteten die irdischen Feierlichkeiten ein. Mit einer Andacht und dem Einzelprimizsegen endete die Nachprimizfeier.