Kolbermoor – Vom 6. bis 9. August wird wieder ganz augenfällig, dass Kolbermoor auch eine Schmiedestadt ist. In diesem Zeitraum findet nämlich die nunmehr 15. Schmiedebiennale statt. Die Biennale ist zwar auch ein buntes Fest, aber gleichzeitig noch viel mehr: Sie bietet die Möglichkeit, live mitzuerleben, wie nicht nur Handwerkliches, sondern durchaus auch echte Kunst entsteht. Da Kunst nicht im Vorübergehen konsumiert werden kann, sondern Muße braucht, um sich zu erschließen, zeigt Kolbermoor rund um die Biennale immer wieder Ausstellungen, die länger als nur vier Tage geöffnet haben.
Österreich kommt
heuer als Gastland
In diesem Jahr stellen Schmiede aus Österreich – dem diesjährigen Gastland der Biennale – ihre Werke aus. Ab sofort bis Ende September sind rund um das Rathaus und im Obergeschoss vor dem Sitzungssaal rund 30 Kunstwerke zu sehen.
Die Ausstellung ist ebenso sehr Gelegenheit zum Staunen wie zum Nachdenken. Zum Staunen etwa, welch filigraner Ausdruck sich mit einem Material wie Stahl erreichen lässt. Man muss sich hierzu etwa nur einmal den Reiher ansehen, der mit seinem Nest im Park hinter der Stadtbücherei zu sehen ist. Oder wie leicht selbst Eisenbahnschienen anmuten können, wenn sie zu einem Reißverschluss verbunden werden, wie im Obergeschoss des Rathauses.
Nachdenken – und das durchaus lange – lässt sich aber auch über die Skulptur „Stich ins Herz“ am Spielplatz neben dem Parkhaus. Oder etwa auch über den Rennradfahrer, der im Obergeschoss zu sehen ist: Wie wenig es braucht, um den Eindruck von Rasanz und Geschwindigkeit zu vermitteln – und auch hier wieder: welch leichtes, geradezu anmutiges Material Stahl sein kann.
Noch sind es gut fünf Wochen bis zur Biennale – Zeit genug, um sich anhand der Ausstellung so richtig Lust darauf zu holen. Und auch darauf, dass man in den vier Biennale-Tagen Gelegenheit haben wird, die Künstler selbst kennenzulernen und wohl auch, ihnen die eine oder andere neugierige Frage zu stellen.