Ganze Existenzen sind bedroht

von Redaktion

Die Vollsperrung der Ortsdurchfahrt nach Kufstein bringt für die Bürger in Kiefersfelden eine erhebliche Belastung mit sich. Besonders Geschäfte und Pendler leiden unter den Einschränkungen. Eine Besserung ist vorerst nicht in Sicht, da die Arbeiten bis Mitte Oktober andauern.

Kiefersfelden – „Die Belastung ist riesig, und wer etwas anderes behauptet, lebt fern von der Realität”, sagt Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber auf OVB-Anfrage. Täglich beschäftigt sich der Rathauschef aktuell mit dem, was nahezu alle Anwohner in seiner Gemeinde betrifft. Die Sperre der Ortsdurchfahrt in Richtung Kufstein.

Über vier Monate kein Durchkommen

Seit dem 16. Mai gibt es für die Kieferer Bürger keinen direkten Weg mehr nach Tirol. Denn die Landstraße nach Österreich wird komplett saniert. Das Problem ist dabei vielschichtig. Zunächst erfuhren einige der Betroffenen viel zu spät von den Plänen des Staatlichen Bauamts Rosenheim. „Keine Kommunikation, eine Zumutung für alle Kiefersfeldener und eine Katastrophe für die Betriebe.“ Das war die Welle aus Wut und Enttäuschung, die über die Gemeindeverwaltung hereinbrach.

Bei einem anschließenden Informationsabend am 18. Mai 2026 erläuterte das zuständige Straßenbauamt die Pläne genauer. Doch die Sorgen bleiben auch zwei Monate später bestehen. Speziell für die Ladenbesitzer, die ihr Geschäft direkt an der Hauptverbindung nach Tirol haben. Friseur, Blumengeschäft und Bäckerei bekommen die Sperre direkt zu spüren und haben „teilweise existenzgefährdende“ Umsatzeinbußen.

„Natürlich ist mir das bewusst“, sagt Gruber, der deshalb auch versucht, mit dem Straßenbauamt einen weiteren Termin vor Ort zu organisieren. „Um nochmals alle Möglichkeiten während der Bauphase durchzusprechen“, meint der Rathauschef. Denn nicht nur die Betriebe, auch die Pendler von und nach Kufstein haben jeden Tag bis zu einer Stunde Zeitverlust durch die Umleitung.

Und das, obwohl der Weg über die Autobahn gar nicht so viel länger wäre. Doch Blockabfertigung auf tiroler und Grenzkontrollen auf deutscher Seite führen zu massivem Stau. „Ich würde sogar sagen, dass die tägliche Kontrolle auf deutscher Seite die größte Verzögerung hervorruft“, meint der Bürgermeister, der den Umweg selbst schon häufig in Kauf nehmen musste. „20 bis 30 Minuten Stehen ist an der Stelle nicht selten“, meint Gruber. Doch wie in der Diskussion bereits mehrfach deutlich wurde – eine wirkliche Lösung scheint es nicht zu geben. Die Fahrbahn ist zu schmal für eine halbseitige Sperre, der Verkehr zu stark für eine Umleitung über die Nebenstraßen. Das war die Kernbotschaft von Alexander Eisner, Gebietsabteilungsleiter des Rosenheimer Straßenbauamtes, bei der Informationsveranstaltung. Und dabei scheint es auch zu bleiben. Der erste Bauabschnitt, von der Landesgrenze bis zur Einfahrt ins Gewerbegebiet hinter den Sportplätzen, soll laut Bauamt bis 14. August abgeschlossen sein. Direkt danach beginnt die zweite Phase zwischen der Einfahrt zum Gewerbegebiet und der Kreuzung Kufsteiner Straße/Bahnhofstraße.

Vollsperrung
endet im Oktober

Am 16. Oktober soll die Vollsperre aufgehoben werden. Inwieweit man im Plan liegt, darauf gab das Staatliche Bauamt auf Anfrage keine Rückmeldung. Doch zumindest nach dem Eindruck von Gruber gibt es erkennbare Fortschritte. „Ich bin fast jeden Tag dort, es geht voran“, meint er.

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