Volles Festzelt beim Schnoizer-Treffen

von Redaktion

Ein rhythmisches Spektakel hat die Besucher in Nußdorf begeistert. Beim großen Schnoizer-Treffen am Donnerstag, 16. Juli, zeigten elf Formationen im voll besetzten Festzelt ihr Können mit der Peitsche. Sie bewiesen damit, wie lebendig dieser Brauch ist.

Nußdorf – Elf Schnoizer-Gruppen aus dem Inngau und den angrenzenden Regionen haben am Donnerstag (16. Juli) einen markanten Akzent in der laufenden Festwoche gesetzt. Die rhythmischen Schläge, die Präzision der Formationen und die unmittelbare Wirkung dieser Darbietungen füllten das Nußdorfer Festzelt bis auf den letzten Platz und prägten einen Abend, der sich deutlich von den übrigen Programmpunkten abhob.

Während im Festzelt noch reger Gastronomiebetrieb herrschte, formierten sich die Nußdorfer Schnoizer für ihren ersten Auftritt. Bedienungen brachten Getränke an die Tische, Gäste suchten letzte Plätze, und doch lag über dem geschäftigen Treiben ein Moment gespannter Aufmerksamkeit. Als die ersten Schläge erklangen, richteten sich die Blicke nach vorn – und sofort wurde spürbar, warum dieses Treffen seit Jahren zu den meistbesuchten Abenden volkstümlicher Feste zählt. Die kurzen, präzisen Folgen und die rhythmische Kraft dieser Ausdrucksform ziehen das Publikum unmittelbar in ihren Bann.

Präzision und Rhythmus
ohne große Worte

In dichter Folge traten die elf Gruppen auf, die das Treffen prägten: Nußdorf, Flintsbach, Fischbachau, Nicklheim, Baschtla, Auer, Kreuth alt, Kreuth jung, Schliersee, Sachsenkam und Hundham. Jede Formation brachte ihren eigenen Charakter ein, mal mit klar gesetzten Einzelschlägen, mal mit eng geführten Gruppenfolgen. Die Abfolge blieb bewusst schlicht, ohne Moderation und ohne große Übergänge. Die Musikanten setzten nur punktuelle Akzente zwischen den Gruppen, wodurch die rhythmische Wirkung der Darbietungen ungestört zur Geltung kam. Das Publikum reagierte aufmerksam und mit spürbarer Begeisterung. Viele Gäste waren gezielt wegen des Schnoizer-Treffens gekommen, denn diese Form des rhythmischen Spiels wird selten in einer solchen Dichte gezeigt. Für die teilnehmenden Gruppen ist der Abend weniger ein offizieller Programmpunkt als vielmehr ein Zusammenkommen unter Gleichgesinnten, das den Austausch stärkt und die Weitergabe der Tradition fördert. Die große Beteiligung zeigte, wie lebendig diese Ausdrucksform im Inngau gepflegt wird und welche verbindende Kraft sie innerhalb der Trachtenvereine besitzt. Der Donnerstag machte deutlich, welchen Stellenwert das Schnoizen im Inngau hat: eine Tradition, die von vielen Vereinen getragen wird, sich weiterentwickelt und ihre Wirkung besonders dann entfaltet, wenn sie im voll besetzten Festzelt auf ein aufmerksames und begeistertes Publikum trifft.

Das Schnoizen geht auf die Fuhrmanns- und Kutscherpeitsche zurück, mit der „Rosser“ gelenkt und durch Knallfolgen vor Engstellen gewarnt wurden. Aus diesen Schlagmustern entwickelte sich im Alpenraum ein rhythmisches Spiel, das später von den Trachtenvereinen übernommen wurde. Der Knall entsteht, wenn die Peitschenspitze auf Schallgeschwindigkeit beschleunigt wird – ein kleiner Überschallimpuls. Gepflegt wird das Schnoizen heute vor allem im Inngau; traditionell treten dabei Männergruppen auf, was auf die historische Herkunft aus dem Fuhrmannsberuf zurückgeht.

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