Neubeuern – In der Stille, Zurückgezogenheit und betreut von der Familie ist Walter Hofmann im Alter von 87 Jahren verstorben. Er war besser bekannt als „Weber-Walter“ von Neuwöhr. Geboren in diese Dorfgemeinschaft, blieb er ihr ein Leben lang verbunden.
Das kleine landwirtschaftliche Anwesen in der Dorfmitte war sein Wohlfühlort. Zusammen mit seiner Ehefrau Elisabeth, die ihm vor knapp zehn Jahren im Tod voranging, war die Arbeit rund um das Haus für die Eheleute eine vertraute, eingespielte Aufgabe. Dazu kam in früheren Jahren die Vermietung an Feriengäste, denen man einen gut betreuten Ferienaufenthalt ermöglichte.
Der Schulweg führte ihn nach Neubeuern. Die Unbillen dieser Zeit hinterließen einen prägenden Eindruck. Eine Ausbildung in der Papierfabrik Redenfelden war für ihn und viele seiner Altersgenossen der Beginn einer langen Betriebstreue. Bis zu seinem Eintritt in die Rente blieb er dem Unternehmen 45 Jahre treu verbunden.
In der Lehrzeit als „Holzschäpser“ erlebte er die Entwicklung des Betriebes mit. Durch Fleiß und Ausbildung in verschiedenen Bereichen war er letztlich als Maschinenführer eine zuverlässige Arbeitskraft. In seiner überlegten Art war es selbstverständlich, den Arbeitsweg von Neuwöhr zur Fabrik über all die Jahre mit dem Radl zu bestreiten.
Seine Bindung gehörte der Gemeinde, wo er hilfreich und zuverlässig seinen geforderten Beitrag leistete. Dem Trachtenverein Edelweiß Neubeuern gehörte sein Bestreben von Jugend an, daran erinnerte der ehemalige Vorstand Erich Rasinger im Rückblick auf das Leben vom „Weber-Walter“. Bereits 1973 trat er der Gebirgsschützenkompanie Neubeuern bei, sich mit den Wertvorstellungen des Gebirgsschützenwesens einig wissend.
Seine Verbundenheit mit dem Gemeinwesen der Feuerwehr bekundete er durch seine lange Mitgliedschaft. Ein besonderes Augenmerk war ihm die Pflege seines Obstgartens.
Aus der mehr als 50-jährigen ehelichen Verbindung, die 1952 geschlossen wurde, entsprangen Tochter und Sohn. Für die folgenden Enkel und Urenkel war er der vertraute Opa, den man gerne um sich hatte. Die Beibehaltung seiner Eigenständigkeit war seine große Zielvorgabe. In den letzten Monaten war ihm das Autofahren nicht mehr möglich, eingeschränkt durch seine Krankheit. Die dann erfolgten Radfahrten wurden weniger, bis auch dies nicht mehr ging. Der Familienverband blieb seine Stütze. Urlaubspfarrer Dr. Darius Magunda aus Uganda bat die Trauergemeinde um das Gebet für den Verstorbenen, der nur vorangegangen sei, so der Geistliche. Mit dem Tod öffne sich der Lebensweg in die göttliche Zukunft, wenn man den Worten Jesu vertraue.
Der Chor mit Organist Franz Josef Fischer und die Beerdigungsmusik waren Teil der Trauerfeier. Den Fahnen der Feuerwehr, der Gebirgsschützen und des Trachtenvereins folgte eine stattliche Trauergemeinde aus der Dorfgemeinschaft, Freunden und ehemaligen Mitschülern. Ein Ehrensalut galt dem aufrechten Vereinskameraden.