Neubeuern – Der Marktgemeinderat hat in seiner Juli-Sitzung mit 11:4 Stimmen der Einführung einer interkommunalen Ferienbetreuung im Grundschulbereich zugestimmt.
Hintergrund ist der stufenweise einzuführende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter. Dieser beginnt mit dem Schuljahr 2026/2027 für die erste Jahrgangsstufe und wird in den folgenden Jahren auf die weiteren Klassen bis zur vierten Jahrgangsstufe ausgeweitet.
Für den laufenden Schulbetrieb ist Neubeuern bereits gut aufgestellt, denn bereits seit 2020 besteht in Zusammenarbeit mit der Diakonie eine Offene Ganztagsschule (OGTS) im Grundschulbereich. Die vorhandenen Betreuungs- und Raumkapazitäten reichen nach derzeitiger Einschätzung zunächst noch aus, um die Kinder zu versorgen. Für die Ferienzeiten musste aber eine erweiterte Lösung gefunden werden, die Neubeuern gemeinsam mit den Nachbargemeinden entwickeln wird. Ab den Sommerferien bieten die Gemeinden Flintsbach, Raubling, Neubeuern und Nußdorf eine gemeinsame Ferienbetreuung an. Sie wird jeweils dort durchgeführt, wo für die betreffenden Ferien der größte Bedarf besteht. Dadurch müssen nicht alle beteiligten Gemeinden parallel eigene Gruppen vorhalten, wenn diese möglicherweise nur gering belegt wären. Ein Beförderungsanspruch für die Kinder durch die Kommunen besteht aber nicht.
Die gemeinsame Organisation soll eine verlässliche Betreuung ermöglichen, vorhandenes Personal und Räume sinnvoll nutzen sowie die Kosten zwischen den beteiligten Kommunen entsprechend aufteilen. Eltern können die Ferienbetreuung nicht täglich, aber wochenweise buchen. Der Elternbeitrag beträgt 200 Euro pro Kind und Woche.
Die Verwaltung wird die weiteren organisatorischen Details und die Anmeldung nun abschließend vorbereiten. Informationen zu Angeboten, Zeiten und Buchungsmöglichkeiten werden rechtzeitig über die Internetseite des Marktes Neubeuern veröffentlicht.
Der Marktgemeinderat ist zum Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zwar im Grundsatz geteilter Meinung, begrüßte aber den Ansatz der Verwaltung in der Umsetzung. Fachbereichsleiterin Christine Bayer führte für den Markt Neubeuern die Gespräche mit den Nachbargemeinden und mit der Diakonie und erhielt dafür ein besonderes Lob von Bürgermeister Christoph Schneider (Unabhängige Neubeurer): „Christine Bayer hat sich hier um ein sehr gutes Modell bemüht. Es zeigt sich wieder einmal, dass interkommunale Zusammenarbeit ein wichtiger Hebel in vielen Angelegenheiten ist.“ Edith Riedl