Flintsbach am Inn – Einmal durch ganz Österreich schwimmen? Klingt unmöglich, doch der Influencer „Movelikeg“ aus Flintsbach hat sich genau das vorgenommen. Mit bürgerlichem Namen heißt der 23-Jährige Marinus Obermair. Bereits in der Vergangenheit stellte er sich mehreren Herausforderungen, wie ohne Geld um die Welt zu reisen oder von Nord- nach Südamerika zu laufen. Mit seinem neuen Vorhaben will Obermair nun sogar einen Weltrekord aufstellen. Wie genau das Ganze aussehen soll und welchen Gefahren er sich dabei aussetzt, hat der Flintsbacher im exklusiven Interview mit dem OVB verraten.
Sie wollen einen neuen Weltrekord aufstellen. Wie genau sieht der aus, wann geht es los?
Marinus Obermair: Ich will als erste dokumentierte Person die Donau durch ganz Österreich durchschwimmen – 350 Kilometer, von Passau bis zur österreichisch-slowakischen Grenze. Die Regel: 72 Stunden, keine Unterbrechung des Gesamtzeitraums. Das heißt, auch die Pausen an den Schleusen zählen mit. Los geht’s am 26. Juli um 18 Uhr. Live auf meinem Youtube-Kanal.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, diesen Rekord aufzustellen?
Obermair: Die Idee ist alt. Ich war als Kind mit meinem Vater in einem Restaurant an der Donau, hab eine Serviette zu einem Boot gefaltet und ins Wasser gesetzt. Ich hab gefragt, wo das jetzt hinschwimmt. Mein Vater meinte nur: Das schwimmt jetzt einmal ganz durch Österreich. Der Satz ist geblieben. Jetzt, Jahrzehnte später, mache ich daraus einen echten Weltrekordversuch.
Welche Gefahren gibt es dabei?
Obermair: Einige. Unterkühlung ist ein großes Thema, dazu gefährliche Strömungen, Schiffsverkehr, Schlafentzug und mentale Erschöpfung. Bei einer Distanz wie dieser ist gar nicht das Schwimmen selbst das Problem – sondern weiterzumachen, wenn Körper und Kopf eigentlich schon aufgeben wollen.
Was wird für Sie die größte Herausforderung?
Obermair: Nicht die Kilometer. Der Kopf vermutlich. Nach 72 Stunden fast durchgehend im Wasser kämpfst du nicht mehr gegen die Strömung, sondern gegen dich selbst.
Wovor haben Sie Angst?
Obermair: Vor dem Punkt, an dem der Kopf schneller aufgibt als der Körper. Schlafentzug, Schmerzen, mögliche Halluzinationen – das sind Dinge, auf die ich mich mental vorbereiten muss, aber die man nie zu 100 Prozent kontrollieren kann.
Wie nehmen Sie in der Zeit Nahrung und Flüssigkeit zu sich?
Obermair: 72 Stunden Dauerschwimmen verbrennt enorm viel Energie. Ich rechne mit 10.000 bis 15.000 Kalorien pro Tag. Damit das im Kopf nicht zur zweiten Baustelle wird, setze ich vor allem auf die Trinkmahlzeiten: sofort verfügbar, ausgewogen, keine Vorbereitung nötig. Das ist in der Situation Gold.
Wie bereiten Sie sich vor?
Obermair: Monate im Wasser, Kälteanpassung, Ausdauertraining. Aber das ist nur die halbe Miete. Genauso wichtig ist die mentale Vorbereitung – auf Schlafentzug, Schmerzen, auf die Momente, in denen der Kopf sagt: Aufhören.
Was sagen Familie und Freunde zu der Idee?
Obermair: Dass es verrückt ist. Aber sie kennen mich. Sie wissen, dass ich Projekte wie dieses ernst nehme und mich lange darauf vorbereite. Klar macht man sich Sorgen bei so einem Vorhaben, aber ich habe volle Unterstützung.
Wie viele Personen sind insgesamt in dieses Vorhaben involviert? Sind Sie irgendwie abgesichert?
Obermair: Ich bin nie allein. Ein Begleitboot ist rund um die Uhr an meiner Seite mit Sanitäter, Lebensmittel-Crew, medizinischer Versorgung und GPS-Tracking. Insgesamt steckt ein ganzes Team dahinter, inklusive Genehmigungen durch die Behörden in Deutschland, Österreich und der Slowakei. Es gibt ein umfassendes Sicherheitskonzept, erarbeitet gemeinsam mit yfood, der DLRG und meinem Management Memora. Das Risiko bleibt natürlich trotzdem. Das gehört zu einem Projekt dieser Größe dazu.
Haben Sie schon andere Weltrekorde geplant?
Obermair: Das jetzt ist mein erster offizieller Weltrekordversuch. Was danach kommt, weiß ich noch nicht. Aber wer mich kennt, weiß: Ich werde nicht aufhören, mir große Ziele zu setzen.