Großkarolinenfeld – Die Gemeinde Großkarolinenfeld bereitet sich auf den kommenden Anspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule vor. Eine erste Diskussion dazu gab es in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates.
Ab dem Schuljahr 2026/ 2027 besteht für Grundschulkinder ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bis 16 Uhr. Der Anspruch startet für die Erstklässler und wird dann jedes Jahr um eine Jahrgangsstufe erweitert. In Großkarolinenfeld hat sich der Familienverein bereit erklärt, sein bestehendes Angebot der Mittagsbetreuung bis 16 Uhr auszuweiten – allerdings ist das nur während der Schulzeit möglich. Eine Übernahme der Betreuung während der Ferienzeit, die ebenfalls gewährleistet sein muss, kann der Familienverein personell nicht stemmen.
Auch die Gemeinde Großkarolinenfeld kann die Ferienbetreuung kaum übernehmen, da der Bedarf aktuell schwer abschätzbar ist und damit sehr kostenintensiv wäre.
Eine vorläufige Abfrage habe ergeben, dass für 17 Erstklässler Interesse bestehe. Allerdings sei die Umfrage mit Vorsicht zu genießen, denn man konnte dabei weder sagen, wie das Angebot aussieht, noch, was es kostet.
Philipp Stangl, Großkarolinenfelds Kämmerer, berichtete von der Nachbargemeinde Schechen, die sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt. Dort hat man sich mit der „Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration“ (gfi) einen Kooperationspartner gesucht. „Das ist eine tolle Sache, wenn wir hier zusammen mit Schechen etwas auf die Beine stellen können“, so Stangl. Das Konzept und Angebot ist im Gemeinderat Schechen bereits vorgestellt worden und wurde dort gut aufgenommen. Die gfi biete ein abwechslungsreiches und kindgerecht gestaltetes pädagogisches Angebot mit qualifiziertem Personal.
Laut Stangl rechne die gfi nach Gruppen von jeweils maximal zwölf Kindern. Je mehr Gruppen, desto günstiger das Angebot. Die erste Gruppe koste rund 4.000 Euro, die weiteren 1.600 Euro pro Woche. Die Kosten für das Essensgeld liegen bei 5,50 Euro pro Tag. Um möglichst viele Kinder anzusprechen, will man in Schechen und Großkaro das Angebot direkt für alle Erst- bis Viertklässler öffnen. Los geht es ab 2027.
Bürgermeister Anton Wallner (CSU) erklärte, dass sich Schechen entschieden hat, die Kosten für die Eltern auf 300 Euro pro Woche und Kind zu deckeln. Den Rest trägt dort die Gemeinde. Damit sollen die Familien Planungssicherheit erhalten. Er schlug vor, das in Großkaro ebenso zu machen. Irmi Huber (CSU) fand es „eine gute Sache“.
Michael Höhensteiger (FW-GBV) hingegen fand die Kosten „nicht unerheblich“. Er wollte wissen, ob man das nicht mit eigenen Leuten auf die Beine gestellt bekomme. Bürgermeister Wallner betonte, dass es sich um ein Freizeitangebot handele, das nichts mit dem Schulalltag zu tun habe. Das könne man selbst personell nicht händeln. Kämmerer Stangl betonte, dass man es auch nicht günstiger hinbekäme.
Hans Kosek (PLW) wollte wissen, wie die Kinder befördert werden. Die Betreuung kann in Schechen, in Großkaro oder in den Räumen der gfi in Rosenheim stattfinden. Die Kinder müssten jeweils von den Eltern gefahren werden.
Jennifer Dürr (FW-GBV) fand es gut, dass es für nächstes Jahr organisiert werde. Sie wünschte sich langfristig aber eine andere Lösung, etwa über einen eigenen Hort. Sie nannte das Angebot der gfi „Abzocke“ und verwies auf zusätzliche Kosten durch Mittagessen und Ausflüge. „Man kann nicht erwarten, dass die, die eine Ferienbetreuung brauchen, so viel Geld haben“, meinte sie. Wallner schlug vor, es ein Jahr auszuprobieren und dann zu evaluieren. In einer der nächsten Sitzungen soll sich die gfi außerdem vorstellen und Fragen aus dem Gremium beantworten. Ein Beschluss war zu diesem Tagesordnungspunkt nicht vorgesehen. Kathi Heinz