Bad Endorf – Der Baufortschritt beim Schulzentrum und die Belebung der Ortsmitte standen im Mittelpunkt der jüngsten Beratungen des Marktgemeinderats Bad Endorf. Als ersten Gast konnte Bürgermeister Alois Loferer (CSU) Fabian Setzermann von der Projektsteuerungsfirma HSP begrüßen. Er informierte über den aktuellen Stand beim Neubau des Schulzentrums: Nach Fertigstellung der Mittelschule sollen in den kommenden Monaten die Neubauten von Grundschule und Hort erfolgen.
Grundschule nicht
ohne Probleme
Allerdings hapert es bereits beim ersten Gewerk, denn der Abbruch geht nur schleppend voran. „Das sieht wüst aus. Wir könnten schon viel weiter sein“, bedauerte Setzermann, was zu besorgten Rückfragen aus dem Marktgemeinderat führte. „Können die Termine gehalten werden?“, erkundigte sich Christoph Schlaipfer (CSU). Die vertragliche Situation und wie die Verzögerung eingefangen wird, interessierten Eduard Huber (Grüne) und Georg Mitterer (SPD). Setzermann und Bürgermeister Loferer äußerten sich zuversichtlich, dass es in Gesprächen mit der verantwortlichen Firma gelingen werde, die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Die Vergaben für Erdbau und Rohbau können jedenfalls erfolgen.
Finanziell hat sich gegenüber der vergangenen Prognose nur wenig geändert: Bei Gesamtkosten von 47,8 Millionen Euro entfallen 20,49 Millionen Euro auf Eigenmittel der Gemeinde. Hier ist allerdings mit weiteren Zuschüssen zu rechnen: „Es wurde angekündigt, dass die FAG-Förderung aus den Sondermitteln Infrastruktur pauschal um zehn Prozent erhöht wird“, berichtete Loferer.
Wie die Gemeinde Zuschüsse aus der Städtebauförderung für sich nutzbar macht, erläuterte anschließend Markus Jocher von der Beratungsfirma CIMA. Im Zentrum des „Ortskernmanagements“ steht ein Projektfonds, der zur Hälfte privat und zur Hälfte öffentlich finanziert wird. Von dem halben öffentlichen Anteil trägt die Gemeinde 40 Prozent, 60 Prozent kommen aus der Städtebauförderung.
Jocher wusste von zahlreichen Beispielen aus anderen Gemeinden zu berichten, die mithilfe dieser Finanzierung umgesetzt werden konnten. Angefangen bei einer „Servicefibel“ bis zu einer Eisbahn gebe es vielfältige Möglichkeiten. Vereine, Gewerbetreibende oder private Initiativen können ihre Ideen mithilfe dieses Modells umsetzen. Die Fragen aus dem Marktgemeinderat betrafen die Größe der Lenkungsgruppe, bei der sich nach Auskunft Jochers die Repräsentation aller Beteiligten und der Fraktionen bewährt hat und die auch nur einmal jährlich zusammentritt.
Projektfonds für
die Bad Endorfer Mitte
Ob sich der private Beitrag auf eine Geldsumme beschränken müsse oder ob auch Arbeitsleistung angerechnet werden könne, müsse im Einzelfall mit der Regierung von Oberbayern abgestimmt werden. Außerhalb des definierten Bereichs der Ortsmitte können Maßnahmen nicht gefördert werden. Es ist davon auszugehen, dass das öffentliche Vergaberecht Grundlage der Förderung sein muss. Der Marktgemeinderat entschloss sich einstimmig, einen solchen Projektfonds ins Leben zu rufen und im Haushalt der Gemeinde dafür 7.500 Euro bereitzustellen. Mit der Städtebauförderung und dem privaten Anteil können damit Projekte im Umfang von bis zu 35.000 Euro gefördert werden.