Vogtareuth – 65.000 Euro: Das ist das Budget, das den Zaiseringern für ihr neues Vereinsheim zur Verfügung steht. Das Objekt gab es schon. 2023 zog die Feuerwehr in das neu gebaute Gerätehaus um, somit stand das alte Gebäude leer. „Schad‘ drum“ dachten sich die Zaiseringer und es entstand die Idee, das Haus umzufunktionieren.
Rege Vereine im Dorf,
aber kein Raum für sie
Maßgeblich vorangetrieben haben die Idee der Verein zur Förderung der Nahversorgung, die Frauengemeinschaft Zaisering/Leonhardspfunzen sowie der Trägerverein. „Wir haben leider keinen Dorfwirt mehr, und die letzte Möglichkeit, zwanglos zu Sitzungen, Versammlungen, musikalischen Übungen und allerlei Treffs zusammenzukommen, wird ab August auch nicht mehr vorhanden sein“, klagt Georg Plankl, einer der Initiatoren für einen neuen Dorfmittelpunkt.
Die Gemeinde braucht den kleinen Raum im Kindergartengebäude, der bisher von Vereinen genutzt wurde, für eine weitere Gruppe. Wo die örtlichen Musikgruppen dann unterkommen sollen, war nicht klar.
Nach dem Umzug der Feuerwehr in ihr neues Gerätehaus vor drei Jahren hat ein Arbeitskreis aus den örtlichen Vereinen ein Konzept zum Umbau des Gebäudes in ein Dorfgemeinschaftshaus erarbeitet. Ein Vorteil: Als ehemaliger Geschäftsleiter der Nachbargemeinde Stephanskirchen kennt Plankl die bürokratischen Hürden und Abläufe, die für die Umsetzung solcher Projekte und die Beantragung von Förderungen von Vorteil sind.
Lange wurde im Gemeinderat und der Verwaltung diskutiert, ob sich ein Umbau lohnt. Sogar eine Bürgerumfrage über die Nutzungswünsche wurde erhoben, damit das Gebäude im Rahmen der Dorferneuerung saniert und umgenutzt werden kann. Im Herbst 2025 gab dann auch der Gemeinderat nach erfolgreicher Abstimmung mit dem Amt für Ländliche Entwicklung grünes Licht und ein Finanzvolumen von 65.000 Euro für den Umbau in Eigenregie frei.
„Die Baukosten sind deshalb so niedrig, weil nahezu alle Arbeiten ehrenamtlich von engagierten Bürgern geleistet werden“, berichtet einer der Hauptinitiatoren, Lukas Herzog, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Nahversorgung, der in der Ortsmitte einen Dorfmarkt betreibt.
Seit April herrscht deshalb reger Baubetrieb im alten Feuerwehrhaus. Nahezu jedes Wochenende – und oft darüber hinaus – treffen sich handwerklich geschickte Freiwillige, um unter der Regie von Bauleiter Peter Mair aus dem seit drei Jahren leer stehenden Gebäude einen schmucken Treffpunkt zu machen.
Auch Vogtareuths neuer Bürgermeister Alois Anetsberger unterstützt das Vorhaben. „Ideal wären regelmäßige Öffnungszeiten für ein Feierabendbier, Schafkopf oder einfach nur zum Ratschen“, wünscht sich der Rathauschef.
Um eine höherwertige Ausstattung einbauen zu können, wie eine neue Küche, eine Akustikdecke und neue Wasser- sowie Abwasserleitungen, wurde eine Spendenaktion über die Gemeinde initiiert, bei der bereits über 5.000 Euro eingegangen sind. Zusätzliche Spenden durch örtliche Handwerksfirmen sind fest zugesagt.
Einweihung
mit Sommerfest
Weitere Einnahmen erhoffen sich die Initiatoren durch das Sommerfest am Freitag, 31. Juli. Geboten werden Schmankerl vom Dorfmarkt, hippe Summerdrinks, Kaffee und Kuchen, eine Hüpfburg für Kinder und Musik von den „Zaiseringer Zwiefachen“. Los geht es um 18 Uhr.