Hausärztliche Versorgung gesichert

von Redaktion

Der Gemeinderat in Halfing hat in der jüngsten Sitzung den Umbau eines Gebäudes an der Bussardstraße einstimmig beschlossen. Damit sicherte die Gemeinde die hausärztliche Versorgung im Ort langfristig. Im Erdgeschoss wird die Gemeinschaftspraxis barrierefrei erweitert, zudem entstehen im Obergeschoss drei neue Wohnungen.

Halfing – Schon seit Langem bemüht sich die Gemeinde darum, ihre Hausärzte im Ort zu halten. Lange fehlte der Platz, um die stark nachgefragte Gemeinschaftspraxis zu erweitern. In der allgemeinmedizinischen Praxis an der Gabelung von Bussardstraße und Finkenweg sind Dr. Regina Baumgärtner-Voderholzer, Dr. Yan Yuh Hopfner und Dr. Angelika Biller tätig.

Die Nachfrage ist so groß, dass ein vierter Arzt eingestellt werden könnte, um die Patienten zeitnah und ohne Urlaubsunterbrechung zu versorgen.

Ursprüngliche Planung

wurde verworfen

Die ursprünglich geplante Erweiterung durch einen Ausbau des Dachgeschosses im Rathaus wurde verworfen. Jetzt hat die Gemeinde eine Lösung gefunden, die gleich mehrere Probleme auf einmal behebt und den Interessen aller Beteiligten gerecht wird – der Gemeinde, der Ärzteschaft und der Eigentümerin des Gebäudes.

Ende April hat die Gemeinde das Gebäude an der Bussardstraße 8 erworben. Im Zuge des Verkaufs wurde ein Teil des Grundstücks abgetrennt, um der bisherigen Eigentümerin den Bau eines neuen Wohnhauses zu ermöglichen.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats (23. Juli) standen nun sowohl der Bauantrag für das neue Wohnhaus als auch die Pläne für die künftige Nutzung des Bestandsgebäudes auf der Tagesordnung.

Für die geplante Nutzungsänderung des Gebäudes in der Bussardstraße 8 trat die Gemeinde Halfing als Eigentümerin selbst als Bauwerberin auf. Die Planungen wurden in enger Abstimmung mit den Ärzten der Gemeinschaftspraxis entwickelt. Vorgesehen ist, das gesamte Erdgeschoss barrierefrei und rollstuhlgerecht für die hausärztliche Versorgung umzubauen.

Der laufende Praxisbetrieb kann während der gesamten Bauphase ohne Einschränkungen aufrechterhalten werden. „Zunächst wird der Bereich der bisherigen Erdgeschosswohnung zur Praxis umgebaut“, erläuterte Bürgermeister Stephan Schlaipfer (CSU). Nach Abschluss dieser Arbeiten zieht die Praxis in die neuen Räume um. Anschließend wird der bisherige Praxisbereich barrierefrei saniert und in das Gesamtkonzept integriert.

Auch das Obergeschoss und das Dachgeschoss sollen im Zuge des Umbaus ausgebaut werden. Geplant ist die Schaffung von insgesamt drei Wohnungen. Dafür sind allerdings Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans erforderlich.

So werden zwei der künftigen Wohnräume lediglich eine Raumhöhe von 2,20 Metern aufweisen und damit die vorgeschriebene Mindesthöhe von 2,40 Metern unterschreiten.

„Nach Rücksprache mit dem Landratsamt ist das genehmigungsfähig“, erläuterte Bürgermeister Stephan Schlaipfer (CSU) und verwies auf die enge Abstimmung mit der Genehmigungsbehörde im Vorfeld der Antragstellung.

Um die neu entstehenden Wohnungen ausreichend mit Tageslicht zu versorgen, ist der Einbau einer Dachgaube vorgesehen. Dafür ist ebenfalls eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans erforderlich. Dieser erlaubt Gauben mit einer Dachneigung von 27 Grad und einer Breite von maximal 1,50 Metern. „Die Planungen für den Umbau in der Bussardstraße 8 sehen eine Gaube mit einer Breite von zwei Metern und einer Dachneigung von 25 bis 26 Grad vor“, erläuterte Bürgermeister Stephan Schlaipfer.

Für die Erweiterung der Arztpraxis und die drei Wohnungen werden zusätzliche Stellplätze an der Bussardstraße und am Finkenweg geschaffen.

Mit einem einstimmigen Beschluss gab der Gemeinderat grünes Licht für die Nutzungsänderung und den Umbau des Gebäudes zu einer erweiterten Arztpraxis und drei Wohnungen. Ein konkreter Zeitplan für die Bauarbeiten steht derzeit noch nicht fest. A

kuter Handlungsdruck besteht jedoch nicht mehr: Mit dem Erwerb des Gebäudes durch die Gemeinde ist die Zukunft des Praxisstandorts langfristig gesichert. Damit ist auch die bisherige Befristung des Mietvertrags der Ärzte bis Mitte 2026 entfallen.

Einstimmig billigte der Gemeinderat auch den Bauantrag für das Grundstück Bussardstraße 8a. Dort soll ein neues Wohnhaus entstehen. Aufgrund geringfügiger Abweichungen bei der Gebäudehöhe, den Baugrenzen sowie der Grundflächenzahl (GRZ) und der Geschossflächenzahl (GFZ) waren Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans erforderlich.

„Das wurde bereits im Zuge der Grundstücksverhandlungen abgestimmt“, betonte Josef Murner (Halfinger Wählervereinigung), der Vorsitzende des Bauausschusses. Das Gremium hatte beide Bauanträge bereits im Vorfeld eingehend beraten.

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