Seltene Entenart am Kieferbach: Die Fischer bleiben gelassen

von Redaktion

Gänsesäger ist enorm bedroht und streng geschützt

Kiefersfelden – „Was ist denn das für eine neue Entenart?“ Diese Frage stellen sich derzeit viele Kieferer Bürger angesichts der Neuansiedelung am Kiefer- und Kiefermühlbach. Es handelt sich um den in unseren Breitengraden seltenen und vor allem streng geschützten Gänsesäger, der sich zunehmend in der Region heimisch fühlt. Die erfolgreiche Brut in diesem Jahr – immerhin zehn Junge – ist aus naturschutzfachlicher Sicht sehr erfreulich.

Der Gänsesäger aus der Gattung der Enten lebt grundsätzlich an fischreichen Flüssen und Seen. Brutvorkommen gibt es vor allem im Norden Deutschlands an der Ostseeküste sowie im Voralpenraum. Er brütet in Baumhöhlen oder auch in Häusernischen und Nisthilfen.

Der Fischereiverein E.W. Sachs Kiefersfelden sieht die Neuansiedelung mit einem freudigen und einem weinenden Auge. Vorsitzender Andreas Kotte sagt: „Es zeigt, wie intakt die Gewässer sind, wenn Tiere, die auf der Roten Liste stehen, sich bei uns zunehmend ansiedeln. Für die Fischerei stellt dies jedoch eine erhebliche Herausforderung dar.“

Gerade in den örtlichen Gewässern, wo Forellen, Äschen und auch der Huchen ihre Kinderstuben haben, konzentriert sich die Nahrungssuche der Gänsesäger. Insbesondere die Jungvögel benötigen in den ersten Lebenswochen große Mengen an Kleinfischen.

„Dies trifft unsere Gewässer besonders, weil der Fischereiverein in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen und finanzielle Mittel in die Wiederansiedlung und den Besatz wertvoller Fischarten wie des Huchens, aber auch der Bachforelle aus eigener Zucht, investiert hat“, so Kotte.

Wenn Gänsesäger mit ihren Bruten diese Bereiche intensiv nutzen, kann dies den Erfolg solcher Maßnahmen deutlich beeinträchtigen. Gleichwohl geht es den Fischern nicht darum, den Gänsesäger als geschützte Vogelart infrage zu stellen. Denn, so Kotte: „Schließlich handelt es sich beim Gänsesäger um eine einheimische und nicht eingeschleppte Art wie dem Kormoran.“ Roland Schmidt

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