Großkarolinenfeld deckelt Kosten auf 250 Euro

von Redaktion

Betreuungsanspruch in den Ferien ab 2027 geregelt

Großkarolinenfeld – Über den Ganztagesbetreuungsanspruch und die Ferienbetreuung ab 2027 beriet der Gemeinderat von Großkarolinenfeld in seiner vergangenen Sitzung. Dabei ließ er sich von der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) beraten. Sie ist ein anerkannter Träger der freien Jugendhilfe, der sozialpädagogische Begleitung, Beratung und Betreuung anbietet und überregional aktiv ist.

Bürgermeister Anton Wallner schilderte zu Beginn den Sachverhalt: Ab dem Schuljahr 2026/27 ist durch die Gemeinde das Ganztagesförderungsgesetz umzusetzen. Damit haben alle Kinder, die ab September Schuljahr die erste Klasse besuchen, die Möglichkeit, an den Schultagen bis zu acht Stunden betreut zu werden.

Neu ist, so der Bürgermeister, dass die Betreuung nun auch in den Schulferien an fünf Wochentagen bis zu acht Stunden täglich in Anspruch genommen werden kann. Dieser Rechtsanspruch stellt die Gemeinde vor gewaltige Herausforderungen, denn er wird jedes Jahr um eine Jahrgangsstufe erweitert, sodass ab dem Schuljahr 2029/30 alle Grundschulkinder davon erfasst werden.

Bereits in der Gemeinderatssitzung Ende Juni wurde festgelegt, dass die Ferienbetreuung in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schechen über die gfi erfolgen soll. Nach den Aussagen der Verwaltung bietet die gfi ein kindgerecht gestaltetes pädagogisches Angebot mit qualifiziertem Personal an. In der Sitzung sollte diese einmal Einblick in ihre Arbeit geben.

Christine Weber, stellvertretende Leiterin der gfi Alpenvorland, zeigte den Gemeinderäten, wie eine Ferienwoche ausschaut: Montags sind sie Chemie-Detektive, am Dienstag steht Technik und Robotik im Raum, mittwochs die Nachhaltigkeit, donnerstags dann Wellness und freitags Mathe und Logik.

Eine erste Bestandsabfrage ergab, dass für 17 Kinder ein Interesse für die Ferienbetreuung besteht. Um die doch erheblichen Betreuungskosten durch eine möglichst große Kinderbetreuungsanzahl zu senken, wird eine kommunale Zusammenarbeit mit Schechen ausdrücklich empfohlen. Auch in Schechens Grundschule sind 17 Eltern an einer Ferienbetreuung interessiert. Die Verwaltung brachte noch ins Spiel, eine generelle Deckelung des Elternbetreuungsbeitrages zu beraten, um eine Planungssicherheit für die Eltern und den Sachaufwandsträger zu erreichen.

Ferner möchte man das Ferienbetreuungsangebot schon ab dem kommenden Kalenderjahr 2027 auf alle Grundschulklassen erweitern. Die gfi empfiehlt in Großkarolinenfeld eine Öffnung bis zur fünften Klasse vorzunehmen. Interessant wurde es dann, als Christine Weber zu den Kosten kam. Bei 20 Teilnehmern liegt der Gesamtaufwand pro Kind für eine Ferienbetreuungswoche nämlich bei stolzen 348,70 Euro.

Die Gemeinde Schechen, so die Verwaltung, hat bereits Beschlüsse gefasst und einen Ferienbetreuungsbetrag von 250 Euro pro Woche für Kinder, die die Mittagsbetreuung besuchen, gedeckelt. Für Kinder, die ausschließlich die Ferienbetreuung nutzen möchten, wurde eine Deckelung von 300 Euro beschlossen. Hinzu kommen allerdings Essensgeld und Fahrt- und Eintrittskosten bei Ausflügen.

Der Großkarolinenfelder Haupt- und Finanzausschuss hat kürzlich bereits sein Einverständnis für die Kooperation mit der gfi und die Zusammenarbeit mit Schechen gegeben. Mittlerweile geklärt ist auch, dass man das Mittagessen verbindlich anbieten will. Demnach kann eine Kostendeckelung von 250 Euro pro Woche inklusive Essensgeld erfolgen.

Mit der gfi als Kooperationspartner zur Durchführung der Ferienbetreuung in der Max-Joseph-Grundschule bestand dann einstimmig Einverständnis. Mit einer kommunalen Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schechen ebenfalls. Die Verwaltung beziehungsweise der Bürgermeister wurden ermächtigt, die entsprechenden Verträge abzuschließen.

Die Ferienbetreuungsgebühren pro Woche (Montag bis Freitag) für die Kinder wurden auf 250 Euro pro Kind inklusive Essensgeld und zuzüglich Kosten für etwaige Ausflugsfahrten festgelegt. Die entstehenden Mehrkosten für die Ferienbetreuung übernimmt die Gemeinde. „Die Kostenentwicklung ist zwar eine Herausforderung, aber es ist ein tolles Angebot für unsere Kinder“, betonte Bürgermeister Wallner am Ende. Werner Stache

Artikel 1 von 11