Waldbesitzer besichtigen Sturmflächen

von Redaktion

Vor fünf Jahren wütete ein Orkan im Raum Obing – Zahlreiche neue Pflanzen gesetzt – Zäune gegen Wildverbiss

Obing – Fast auf den Tag genau fünf Jahre, nachdem ein Orkan im Obinger Raum wütete und mit brachialer Gewalt unzählige Bäume wie Streichhölzer knickte – lud die Waldbesitzervereinigung Traunstein (WBV) ihre Mitglieder dazu ein, zum einen die ehemaligen Sturmflächen zu besichtigen und zum anderen den Erfolg der Wiederaufforstungen zu begutachten. Knapp 30 Waldbesitzer nahmen diese Gelegenheit trotz tropischer Temperaturen wahr.

„Die Zerstörungswut des Orkans war für die betroffenen Waldbesitzer ein sehr einschneidendes Erlebnis – emotional und wirtschaftlich“, so Andreas Neuhauser, stellvertretender WBV-Geschäftsführer, bei seiner Begrüßung. Betroffener war unter vielen anderen Andreas Voderhuber, WBV-Vorsitzender, der den Besuchern seine Sturmflächen zeigte. „Wir dachten damals, die Welt geht unter. Der Sturm drückte das Wasser sogar bei den Fenstern ins Haus.“

Den Waldbauern war es lange Zeit nicht möglich, ihre Schäden zu überblicken, weil sie die zerstörten Wälder nicht betreten konnten. Unzählige Harvester, große Holzmaschinen, kamen aus ganz Südbayern und schafften es nach und nach, das Sturmholz aufzuarbeiten. Glücklicherweise war damals der Holzpreis relativ hoch, sodass die Schäden nicht bedrohlich waren.

Gleichzeitig galt es für die Waldbesitzer, ihre Straßen und Zufahrtswege zu reparieren, die durch entwurzelte und umgeknickte Bäume beschädigt waren. Voderhuber nahm, wie seine Kollegen, damals Kontakt mit der zuständigen Revierförsterin des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein auf und gemeinsam erstellten sie Pflanzpläne, um die kahlen Flächen wieder aufzuforsten. Inzwischen hat Voder-huber an die 15.000 neue Pflanzen setzen lassen. Gleichzeitig mussten die jungen Bäumchen in Absprache mit dem Jäger vor Verbiss geschützt werden – sehr viel anstrengende Arbeit in relativ kurzer Zeit.

Die zweite Sturmfläche stellte Gerd Grundner vor, der zuständige Betriebsleiter vom Gut „Katharinenhof“ in Pittenhart, zu dem 60 Hektar Wald gehören. Er setzte bei der Wiederaufforstung vor allem auf Naturverjüngung, also Vermehrung durch natürlichen Samenflug, und bepflanzte nur Lücken. Zudem setzte er damals viele Meter Zaun, um den Baumnachwuchs vor hungrigem Wild zu schützen. Mittlerweile hat Grundner die Jagd selbst übernommen und intensiviert – ein Schutz der Bäumchen ist nicht mehr nötig.

Neuhauser rief die WBV-Mitglieder auf, sich in Fällen wie Sturm, Orkan oder Schneebruch sofort an die WBV zu wenden. „Wir können uns schnell einen Überblick über die Schäden verschaffen und vieles koordinieren“, so der stellvertretende Geschäftsführer, „was für die Betroffenen weniger Stress bedeutet, weil wir von der WBV für eine geregelte Abwicklung sorgen.“

Zusammen mit den anwesenden AELF-Revierförstern Christine Zahnbrecher und Markus Lechner nutzte Neuhauser die Gelegenheit, die Waldbesitzer zu ermuntern, ihre Wälder regelmäßig zu durchforsten und das Holz zu nutzen. „Dann könnt ihr den Waldumbau selbst lenken und steuern – ansonsten bestimmen dies andere Faktoren.“

Auf die Frage, welche Bäume sich am besten für den Klimawandel eignen würden, antwortete Försterin Christine Zahnbrecher, dass es hierauf keine generelle Antwort gebe, die Forschung aber auf diesem Gebiet sehr aktiv sei. „Wichtig ist es, nicht nur auf eine Baumart zu setzen.“

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