Engagierte Landwirte und biologische Vielfalt

von Redaktion

Die Gemeinde Stephanskirchen hat ein sichtbares Zeichen für den Artenschutz gesetzt. Mit der neuen Regionalmarke „Stephanskirchen naturnah“ zeichnet die Kommune künftig örtliche landwirtschaftliche Betriebe für ihre Leistungen aus. Bei einer Rundfahrt machten sich Gemeinderäte ein Bild von den Maßnahmen vor Ort.

Stephanskirchen – Mit der neuen Regionalmarke „Stephanskirchen naturnah“ setzt die Gemeinde ein sichtbares Zeichen für den Schutz der biologischen Vielfalt. Das neue Logo soll künftig die Biodiversitätsleistungen der teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe kennzeichnen und stellt einen weiteren Meilenstein der kommunalen Biodiversitätsstrategie dar, die der Gemeinderat bereits im Jahr 2020 beschlossen hatte.

Um das Projekt vorzustellen, lud Bürgermeister Karl Mair die Mitglieder des Gemeinderats sowie die beteiligten Arbeitsgruppen zu einer Rundfahrt durch die Gemeinde ein. Begleitet wurde die Exkursion von Thomas Schwarz und Herbert Hofberger vom Fachbüro Landimpuls – Gesellschaft für regionale Entwicklung aus Regenstauf, das Stephanskirchen auf dem Weg zur Zertifizierung begleitet.

Einblicke in die
landwirtschaftliche Praxis

Bei fünf landwirtschaftlichen Betrieben im Gemeindegebiet erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die vielfältigen Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt. Stationen waren die Hofkäserei der Familie Maier in Schömering, der Bio-Betrieb der Familie Forstner in Baierbach, der Hof Blieninger in Baierbach, der Weideochsenbetrieb von Rudi Lex sowie der Ökolandbau Kerner der Familie Stein mit dem angeschlossenen Hofladen „Beim Kerner“.

Die Landwirte nahmen sich viel Zeit, ihre Arbeit und die unterschiedlichen Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität vorzustellen. Dabei wurde deutlich, dass der Schutz von Natur und Tierwohl bei allen Betrieben aus tiefer Überzeugung gelebt wird. Übereinstimmend betonten die Teilnehmer zudem, dass mit der neuen Regionalmarke kein zusätzlicher bürokratischer Aufwand verbunden sei.

Bernhard Stein berichtete darüber hinaus von der großen Resonanz auf das Projekt „Schule macht Bauernhof“, an dem sein Betrieb beteiligt ist. Das Interesse sei inzwischen so groß, dass nicht alle Anfragen berücksichtigt werden könnten.

Austausch und
offizielle Auszeichnung

Zum Abschluss der Rundfahrt kamen die Teilnehmer in der Gemeindeverwaltung zu einem gemeinsamen Austausch zusammen. Herbert Hofberger erläuterte dabei den Begriff Biodiversität. Dieser umfasse die gesamte Vielfalt des Lebens – sowohl über als auch unter der Erde – und gliedere sich in die drei Bereiche Artenvielfalt, genetische Vielfalt und Ökosystemvielfalt.

Bürgermeister Karl Mair dankte allen Beteiligten für ihr Engagement. Die Gemeinde verfolge bereits seit Jahrzehnten eine nachhaltige Entwicklung und freue sich deshalb besonders, als eine von zehn bayerischen Pilotgemeinden an dem Projekt beteiligt zu sein. Die offizielle Auszeichnung der teilnehmenden Höfe mit dem Qualitätssiegel „Stephanskirchen naturnah“ ist laut Mair für Herbst 2026 vorgesehen.

Das Projekt wurde in engem Dialog zwischen Gemeindeverwaltung, Landwirten sowie engagierten Bürgern entwickelt. Fachlich begleitet wird es vom Büro Landimpuls – Gesellschaft für regionale Entwicklung. Gefördert wird die Initiative durch den Bayerischen Naturschutzfonds.

Kriterien für die Zertifizierung

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