Frasdorf/Aschau – Der Heimat- und Kulturverein Frasdorf und der Heimat- und Geschichtsverein Aschau im Chiemgau unternahmen ihre jährliche gemeinsame Almwanderung über den Haindorfer Berg. Die Tour zu zwei historisch sehr unterschiedlichen Almen im Aschauer Gemeindegebiet leitete Forstmann und Chronist Rupert Wörndl.
Beim Aufstieg zum 1.123 Meter hohen Gipfel erläuterte Rupert Wörndl den Wandel von den einstigen, laubholzreichen Bauernwäldern zur Streugewinnung hin zu reinen Fichtenforsten sowie die Notwendigkeit forstlicher Erschließung.
Vom Gipfel stieg die Gruppe zur Sameralm auf 900 Metern Höhe ab. Wörndl verwies auf die auffallend gründlich bereinigte Weidefläche: „Das Abklauben der Lichtweide gehörte neben der Beseitigung von störendem Anwuchs früher zur tagtäglichen Arbeit des Almpersonals“, erklärte er. „Auf der Sameralm ist das besonders gründlich erfolgt, weil sie gut 50 Jahre von der Strafanstalt Bernau bewirtschaftet worden ist und immer eine Gruppe von Sträflingen auf der Alm sein musste.“ Davon zeugt noch heute eine alte Mistlore auf Schienen hinter der Hütte. Die geschichtsträchtige Alm (erwähnt 1558) wird aktuell vom Sennerehepaar Sichler betreut; eine Bewirtung scheitert derzeit jedoch an der schwierigen Wassersituation.
Nächste Station war die Maisalm, auf der Familie Dräxl eine Gastwirtschaft betreibt. Die vergleichsweise junge Alm entstand aus einer ehemaligen Nutzung: „Mais“ bezeichne einen Kahlschlag, auf dem Bauern früher mehrere Jahre ihr Vieh eintreiben durften, so Wörndl.
Professor Natascha Mehler, Vorsitzende des Aschauer Heimat- und Geschichtsvereins, zog ein positives Fazit der Gemeinschaftsaktion: „Bei einer schönen Bergtour haben wir so nebenbei viel über die Heimatgeschichte, aber auch über die Arbeit und Sorgen der Bauern gehört.“