Maibaum wächst auf dem Rathausplatz

von Redaktion

Der Maibaum in Eggstätt hat einen neuen Standort erhalten. Weil das bisherige Fundament aus statischen Gründen nicht ausreichte, beschloss der Gemeinderat die Verlegung auf den Rathausplatz. Die Kosten übernimmt die Gemeinde.

Eggstätt – Ein zweifaches Ja gab es im Eggstätter Gemeinderat: Der Maibaum wird künftig am Rathausplatz stehen und die Gemeinde wird die entstehenden Kosten übernehmen. Im Vorfeld hatte Eggstätts Bürgermeister Christoph Kraus (Freie Bürger Eggstätt, FBE) ausführlich über das Thema referiert. Nach dem Unwetter im August 2023, in dessen Folge der Maibaum umgestürzt war, wurde Professor Dr. Martin Illner als Gutachter hinzugezogen.

Gutachten zeigt Mängel
am Fundament auf

Der Gutachter habe empfohlen, das Betonfundament auf Risse zu überprüfen, den Durchmesser des Maibaums bezüglich der Gestellgröße zu überdenken und das Maibaumgestell zu modifizieren – beispielsweise durch eine Verdopplung der bestehenden Halterung von zwei auf vier Achsen, so Kraus. Auch sollte die Winddurchlässigkeit beim Bau neuer Schilder beachtet und auf das Lackieren des Baumes verzichtet werden. Davon sei vieles beim Maibaumaufstellen im Mai 2024 beachtet worden, aber eine Untersuchung des Betonfundaments fand nicht statt. Dies wurde jedoch im Rahmen der Sanierungsarbeiten am Birner Garten im März 2026 mit dem Freilegen des Betonfundaments des Maibaums nachgeholt. Denn im Jahr 2025 aufgetauchte Fotos vom Bau der Sparkasse vom September 1981 legten den Hinweis nahe, dass das Fundament für den Maibaum relativ klein war. Der hinzugezogene Experte, Diplom-Ingenieur Benjamin Di-Qual, bestätigte, dass die vorhandenen Ausmaße unzureichend für die Größe des Maibaums sind:

„Für einen belastbaren statischen Nachweis, der zum Beispiel gegenüber Versicherung, Vereine oder sonstigen Beteiligten Bestand hätte, reicht das vorhandene Fundament rechnerisch nicht aus.“ Aufgrund der Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde wurde anschließend entschieden, die Zunfttafeln bis auf Weiteres nicht anzubringen, um die Windlast nicht noch weiter zu erhöhen – solange, bis das weitere Vorgehen in der Causa Maibaum abgeklärt ist. „Bisher hatten wir halt Glück“, befand Kraus.

Die Verwaltung habe diverse Gespräche mit den Vertretern des Trachten- und Burschenvereins, den benachbarten Wirten sowie Pfarrer Przybylski geführt und dabei auch die Thematik eines Standortwechsels hin zum Rathausplatz erörtert. Zwischenzeitlich wurden 90 Unterschriften zur Beibehaltung des bisherigen Standorts gesammelt. Zudem habe der Bauherr von Kirchplatz 2/4 angeboten, die Kosten für den Neubau des Fundaments am Birner Garten auf dem Grundstück der Sparkasse zu übernehmen.

Was allerdings – trotz des großzügigen Angebots – für ein Abhängigkeitsverhältnis sorge. Wenn ein Verein, wie ein neu gegründeter „Maibaumverein“, ein solches Angebot annehmen würde, ende damit die Beteiligung der Gemeinde an den Kosten und der Haftung bezüglich des Maibaums, betonte Kraus.

Für einen Standortwechsel spreche nach Kraus’ Meinung, dass das Fundament auf einem Gemeindegrundstück errichtet werden könne. Überhaupt sei das Ganze dort logistisch leichter zu bewerkstelligen, und der Rathausplatz würde damit aufgewertet. Ende Juni hatte sich die Verwaltung mit den Vorständen von Trachten- und Burschenverein auf eine Verlegung des Standorts an den Rathausplatz auf Höhe des bisherigen Behindertenparkplatzes verständigt.

Die Kosten für den Neubau des Fundaments und der Halterung sowie die Pflasterarbeiten übernimmt die Gemeinde. Für Fundament und Halterung sind 5.000 bis 6.000 Euro angesetzt, für die Ingenieurleistung 300 bis 400 Euro oder alternativ eine Einladung zum Maibaumaufstellen. Im Jahr 2027 plant der Burschenverein, einen neuen Maibaum aufzustellen.

Umzug ans Rathaus
einstimmig beschlossen

Hans-Benedikt Langl (CSU), der für das Aufstellen des Maibaums verantwortlich ist, hieß den Standortwechsel gut. Jürgen Pfluger (FBE) sah die Grundstücksfrage als ausschlaggebenden Faktor, während Jörg Mauser (FBE) mit Tradition (Maibaum) und Gewohnheit (Standort) argumentierte. Alexander Wieland junior (FBE) meinte, dass die Standortfrage subjektiv sei, der Gemeinderat aber objektiv entscheiden müsse. Auch Thomas Rohrmüller (CSU) äußerte sich ähnlich.

Dem Standortwechsel an den Rathausplatz und der Kostenübernahme durch die Gemeinde stimmten schließlich alle Gemeinderäte zu.

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