Samerberg – Bereits zum 27. Mal schnatterten die Enten am vergangenen Samstag auf den Samerberg zum Entenwirt Peter Schrödl. „Das ist ja schon Kult“, meinte Raimo Jensen, der aus Dänemark angereist war. Seit 2018 besucht er das Ententreffen und die 1.200 Kilometer einfach sind ihm nicht zu viel.
Mit dem H-Kennzeichen
in die Umweltzone
Nicht ganz so weit hatte es Friedl Schubert aus Murnau. Seine Ente ist Baujahr 1977, und als vor Jahren der Rahmen brach, zerlegte er das Fahrzeug komplett und baute es wieder zusammen. „Der TÜV war problemlos, sie sagten, der hat ja noch TÜV, obwohl ich das Fahrzeug total zerlegt hatte.“ Jetzt hat er ein H-Kennzeichen, bezahlt dafür etwas mehr Kraftfahrzeugsteuer, aber darf in die Umweltzonen einfahren. Jetzt soll noch ein Saisonkennzeichen beantragt werden, „dann wäre alles ok“, meinte er schmunzelnd.
Über 100 Oldtimer
auf der Wiese
Gegen 11 Uhr füllte sich die Wiese neben dem Entenwirt in Törwang. Franz Kaffl, der Entendoktor aus Großkarolinenfeld, regelte mit seinem Helfer die Zufahrt und zählte schon 70 Oldtimer, gegen Mittag waren es bereits über 100. Stoßstange an Stoßstange standen die Liebhaberfahrzeuge und strahlten in der Sonne. Zahlreiche Besucher bestaunten die teils individuell hergerichteten 2 CV und wunderten sich über den guten Erhaltungszustand, immerhin wurde die letzte Ente 1990 in Portugal gebaut.
Zum ersten Mal erblickte der 2 CV 1948 das Licht der Welt, damals noch mit zwölf Pferdestärken. Dem Hersteller war es damals wichtig, ein funktionelles Fahrzeug zu entwickeln. Daher wurde es serienmäßig mit vier Türen, einem vergleichsweise großen Kofferraum und einem Schlechtwegefahrwerk ausgestattet.
Wertsteigerung und
kulinarische Schmankerl
Bemerkenswert ist die Preisentwicklung der Kultfahrzeuge. Gab es die Ente im letzten Produktionsjahr 1990 noch für 9.999 D-Mark, werden gut erhaltene Exemplare heute ab 15.000 Euro gehandelt. Zum Verkauf stand auf der Entenwiese auch das gelbe Entlein aus der Krimiserie „Rosenheim-Cops“, welches Franz Kaffl anbot.
Zum Mittagessen traf sich dann die ganze Entenschar beim Entenwirt, der in seiner mobilen Enten-Almhütte Enten und Spinatknödel auf der Speisekarte zur Auswahl hatte. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Feichteck-Musi.
Gemeinsame Ausfahrt
als Höhepunkt des Tages
Nachmittags stand als Höhepunkt die Entenrundfahrt rund um den Samerberg auf dem Programm, bei der sich immer wieder viele Schaulustige am Streckenrand postieren, um die Kultgefährte zu bejubeln. Für alle, die keine eigene Ente besitzen, war dies die Gelegenheit, bei einem Entenpiloten mitzufahren und in den Genuss des besonderen Fahrgefühls zu kommen. Auf diesem Weg ist in den vergangenen Jahren immer wieder mal eine neue Leidenschaft für den „Döschewo“ geweckt worden.
Ententreffen ging
ins Dorffest über
Nach der Ausfahrt warteten Apfelstrudel und Kaffee auf die Entenfahrer, kredenzt von Kathi Schrödl und ihren Töchtern Veronika und Julia. Langsam verlief sich dann die schnatternde Oldtimerrunde und machte Platz fürs Dorffest in Törwang.