Bergab in originellen Fahrzeugen

von Redaktion

Spektakuläres Seifenkistenrennen des Motorsportclub Sonnering in Oberndorf

Oberndorf – Schon oft hat die Reporterin des Oberbayerischen Volksblatts (OVB) über das Seifenkistenrennen des Motorsportclubs (MSC) Sonnering berichtet. Heuer setzte sie sich selbst ans Steuer eines Boliden. „Ein bisschen Mut und Gefühl brauchst du und nicht zu gach nach dem Zieleinlauf in die Wiese einlenken.“ Mit diesen Ratschlägen ausgestattet stürzte sich die Reporterin in der „Prinzessinnenkutsche“ die 400 Meter lange Rennstrecke samt „Haarnadel-Kurve“ in Oberndorf-Mitte und Zieleinlauf vor dem Blumenfeld hinunter. Was für ein Spaß! Davon sind und waren auch die anderen Teilnehmer von sieben bis 77 Jahren überzeugt.

Manch Teilnehmer war erstmals dabei, wie die achtjährige Philomena, Lokalmatadorin aus Oberndorf, im „Rennzwerg“. Aber auch viele Wiederholungstäter waren dabei, präsentierten ihre bewährten und blank polierten oder gar neu und aufwendig konstruierten Rennwagen. Martin Czemmel (56) schoss den Vogel ab mit einem Thron: Eine waschechte Toilette, auf einem Brett montiert und stilecht mit Klobürste und hinterher flatterndem Toilettenpapier ausgestattet. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt: Von windschnittigen Monster- und Spiderman-Car über Porsche-ähnliche Verschnitte bis hin zur „Binataler Kaskistn“ in Dreiecksform war alles dabei.

Die Teilnahmebedingungen sind dennoch sehr streng: Der Fahrer braucht einen geschlossenen Schutzhelm, das Gefährt muss mindestens drei Räder besitzen, darf keinen eigenen Antrieb haben und muss lenk- und bremsbar sein. Um das zu testen, sind vor dem eigentlichen Rennen erst eine Prüfung durch den Technischen Überwachungsverein (TÜV) des MSC und ein Testlauf angesetzt.

Die Renn-Elite aus nah und fern (die Rennfahrer kamen bis aus Fürstenfeldbruck, Altötting und Niederbayern) misst sich in drei Durchgängen in vier verschiedenen Altersklassen. Der olympische Gedanke zählt, aber eben auch die Schnelligkeit.

Überall sah man strahlende Gesichter, Familien und Freunde säumten die bestens gesicherte Rennstrecke, waren mit Sonnenschirm und Liegestühlen bestens ausgestattet. Genauestens wurde beobachtet und kommentiert: Wie nehmen die Rennfahrer die mit Reifen und Heuballen gesicherte Kurve? Wie schnittig ist das Gefährt? Ob der Fahrer das unter 37 Sekunden packt? Und wie nähert sich der Rennfahrer der Zielgeraden? Für alle, ob Zuschauer, Rennfahrer oder Mitglied im Organisationstross vom MSC Sonnering, war es ein Riesenspaß. Da wurden Vater, Opa oder Bekannte zu Service-Technikern, manche Mama erteilte letzte Ratschläge, und die Rennwagen parkten ob der sengenden Hitze und zum Reifenschonen unter Zelten. Drumherum wuselten knapp ein Dutzend Helfer, die sich um die Strecke und die Fahrer kümmerten und für das leibliche Wohl mit Getränken, Gegrilltem und Süßem sorgten.

Heuer feiert der Motorsportclubs (MSC) Sonnering sein 50-jähriges Bestehen, im kommenden Jahr steht das nächste Jubiläum an. Dann feiert der Grand Prix von Oberndorf sein 20-jähriges Bestehen. Selbstverständlich wieder mit „chequered flag“, Wettkampfleitung, Stadionsprecher, Lichtschranke und Sanitätsteam. „Wie immer geht es um Gaudi, Ruhm und Ehre“, hatte Rennleiter und Stadionsprecher Mane Huber vor den Rennen als Devise ausgegeben.

Bei den Kids (bis sieben Jahre) siegte Michael Schweiger junior auf Schweiger-Racing. Schlussendlich gleich schnell, aber doch mit dem kleinen bisschen mehr Schwung siegte bei den Middies (sieben bis zwölf Jahre) Dominik Langl auf „Monster Energy“ vor Vinzenz Hüglsperger in der „Binataler Kaskisten“, und Luisa Stößel in der „Prinzessinnenkutsche“ war um eine Hundertstel Sekunde schneller als Konstantin Martens im Blauen Blitz bei den Teenies (13 bis 17 Jahre).

Bei den Herren (18 bis 99 Jahre) hatte mal wieder Leonhard Oswald (72 Jahre) die Nase vorn: Mit seinem „Olchi’s“ landete er nicht nur bei den Herren auf Platz eins, sondern wurde auch mit 102,10 Sekunden Tagessieger. Dass der Name „Rennsemmel“ Programm ist und keine Altersgrenzen kennt, bewiesen Monika Weinberck (72) und Nick Wagenstetter (72). Sie landete auf Platz eins bei den Damen mit 111,44 Sekunden und er auf Platz vier mit 107,31 Sekunden. elk

Artikel 1 von 11