Trachtenverein Grainbach feiert 130-jähriges Bestehen

von Redaktion

In Grainbach haben die Vorbereitungen für ein besonderes Fest begonnen

Grainbach – Noch wird geschraubt, getragen, gezimmert und geschmückt. Doch wenige Tage vor Beginn der großen Festwoche des „Hochries-Samerberg“ ist in Grainbach längst unübersehbar: Der Ort macht sich bereit für sein großes Jubiläum. Vom kommenden Donnerstag bis Montag feiert der Trachtenverein sein 130-jähriges Bestehen.

Wer derzeit nach Grainbach kommt, sieht schon am Ortseingang, dass besondere Tage bevorstehen. Weiß-blaue Fahnenstangen werden aufgestellt, um die Festgäste willkommen zu heißen. Auch die Jugend hilft mit: Anna Stuffer und Lisa Auer packten kurzerhand mit an und trugen eine der langen Fahnenstangen zu ihrem Platz. Ein kleines Bild am Rande – und doch eines, das ziemlich genau zeigt, was diese Tage in Grainbach ausmacht: Viele helfen zusammen.

Das eigentliche Zentrum der Vorbereitungen liegt nur wenige hundert Meter weiter. Auf der Festwiese steht inzwischen das große weiß-blaue Zelt. Doch mit dem Aufstellen der Zelthülle allein ist es natürlich nicht getan. Im Inneren herrscht reger Betrieb. Bodenplatten werden verlegt, Bühnenelemente aufgebaut, Seitenteile befestigt und Material mit Schleppern, Ladern und vielen Händen an die richtige Stelle gebracht.

Stück für Stück verwandelt sich das zunächst noch nüchterne Zelt in einen Festsaal. Kränze und weiß-blaue Fahnen hängen bereits unter dem Zeltdach. Inzwischen ist auch das große Bühnenbild angebracht. Es zeigt Grainbach mit seiner Kirche vor der Samerberger Bergwelt und gibt der Bühne damit einen ganz eigenen, örtlichen Charakter. Spätestens mit diesem Bild wird deutlich: Hier entsteht nicht irgendein Festzelt, sondern für einige Tage der Mittelpunkt des Dorflebens.

Die Aufbauarbeiten zeigen zugleich jene Seite eines großen Trachtenfestes, die die späteren Besucher kaum noch wahrnehmen werden. Bevor die Musikkapelle aufspielt, das erste Bier ausgeschenkt und der erste Tanz getanzt werden kann, stehen viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Holz wird geschleppt, Böden werden ausgerichtet, Bühnen aufgebaut, Fahnen aufgehängt und unzählige kleine Dinge erledigt, die am Ende selbstverständlich erscheinen sollen.

Dabei arbeiten die Generationen selbstverständlich miteinander. Erfahrene Helfer wissen, welcher Handgriff als Nächstes notwendig ist, Jüngere packen kräftig mit an, Maschinen erleichtern die schwere Arbeit – und zwischendurch sorgen Kaffee und eine kurze Brotzeit dafür, dass die Mannschaft bei Kräften bleibt. Ein großes Fest beginnt eben nicht mit dem Bieranstich. Es beginnt Tage und Wochen zuvor mit Menschen, die ihre Freizeit investieren.

Der Aufwand lohnt sich, denn auf Grainbach warten fünf abwechslungsreiche Festtage. Den Auftakt bildet am Donnerstag (13. August) der Bieranstich mit Spanferkelessen. Der Abend steht zugleich im Zeichen der Vereine, Betriebe und der guten Nachbarschaft. Für die musikalische Unterhaltung sorgen de Boarische Bris und die Hubertus Musikanten.

Am Freitag (14. August) folgt das Bier- und Weinfest mit den Zellberg Buam und Preaner Buam. Am Samstag (15. August) steht der große Festabend auf dem Programm, musikalisch gestaltet von der Musikkapelle Samerberg. Höhepunkt der Festwoche wird der Festsonntag (16. August) mit Feldgottesdienst und anschließendem Festumzug. Dann soll sich Grainbach ganz im Zeichen von Tracht, Musik, Brauchtum und Gemeinschaft präsentieren.

Den Abschluss bildet am Montag (17. August) das traditionelle Kesselfleischessen mit Beirer Blech. Bis dahin bleibt noch einiges zu tun. Doch mit jedem verlegten Bodenbrett, jeder aufgehängten Fahne und jeder aufgestellten Stange wächst nicht nur das Festgelände – auch im Dorf wird die bevorstehende Festwoche immer sichtbarer.

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