Schnaitsee – Es war ein entscheidender Termin für die digitale Zukunft der Kommune: Martin Prametsberger, Regio-Manager Kommunalberater Glasfaser der Deutschen Telekom, traf sich am Dienstagnachmittag (4. August) mit Bürgermeister Thomas Schmidinger sowie Vertretern der Verwaltung im Rathaus, um gemeinsam den Vertrag für einen weiteren geförderten Breitbandausbau offiziell zu unterzeichnen.
Mit der Unterzeichnung startet das bislang größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Gemeinde Schnaitsee. Von dem Bundesförderprogramm umfasst sind alle Orte der Gemeinde außerhalb des Kernorts Schnaitsee sowie außer der Kreuzstraße.
In der Zahl sind das insgesamt 960 Haushalte, die somit von der geförderten Maßnahme profitieren. Für den Hauptort Schnaitsee sowie die Kreuzstraße hat die Telekom in früheren Jahren bereits einen eigenen, eigenwirtschaftlichen Ausbau ohne Fördergelder angekündigt. Wann dieser umgesetzt wird, ist jedoch derzeit noch nicht terminiert.
Das geförderte Projektvolumen umfasst insgesamt 7,5 Millionen Euro. Die Gemeinde Schnaitsee bringt dabei einen Eigenanteil von zehn Prozent auf, während der verbleibende Großteil der Mittel von Bund und dem Freistaat Bayern beigesteuert sowie durch die Telekom umgesetzt wird.
Um die 960 Haushalte an das moderne Datennetz anzuschließen, sind umfangreiche Tiefbau- und Montagearbeiten erforderlich. Die Maßnahme beinhaltet insgesamt 60 Kilometer Tiefbauarbeiten sowie die Verlegung von 75 Kilometern Kabel. Dass die Länge der Kabelverlegung die reine Tiefbaustrecke übersteigt, erklärt sich laut Prametsberger dadurch, dass sich an einigen Stellen im Gemeindegebiet bereits nutzbare Leerrohre befinden, die effizient eingebunden werden.
Beim bevorstehenden Ausbau setzt die Telekom konsequent auf das sogenannte FTTH-Programm. FTTH steht für „Fiber to the Home“ (Glasfaser bis nach Hause/direkt in die Wohnung). Bei diesem Ausbaustandard wird das Glasfaserkabel ohne Unterbrechung vom Netzknoten direkt bis in das jeweilige Gebäude des Kunden verlegt. Dies sorgt laut Telekom für maximale Übertragungsgeschwindigkeiten und stabilere Bandbreiten. Der Bauzeitplan für das Gesamtprojekt ist auf eine Gesamtrealisierungszeit von 39 Monaten angelegt. Zunächst erfolgt die detaillierte Strukturplanung, worauf im Jahr 2027 der offizielle Spatenstich folgt. Ab Sommer 2027 geht das Projekt in die entscheidende Phase über: In diesem Zeitraum können die Anwohner ihren Glasfaseranschluss bestellen. Die Telekom sieht vor, dass bis circa Juni 2029 – somit nach einer Bauzeit von 36 Monaten – die Errichtung der aktiven Technik und die Inbetriebnahme des Glasfasernetzes fertiggestellt sein werden. Bis circa September 2029 sind die verbleibenden Abschlussarbeiten sowie die Erstellung der Netzdokumentation vorgesehen.
Für die betroffenen Hauseigentümer gibt es bezüglich der Anschlussbuchung eine wichtige Frist: Wer sich während des Vorvermarktungs- oder Bauzeitraums 2027 und 2028 für einen Anschluss entscheidet, erhält die Erschließung bis ins Haus kostenlos.
Wer diesen Zeitraum verstreichen lässt und erst danach einen Anschluss beauftragt, muss die Kosten für die Erschließung selbst tragen. Aktuell liegen diese bei rund 1.000 Euro.
Um alle Bürger transparent zu informieren, hält Kommunalberater Martin Prametsberger eine gesonderte Informationsveranstaltung für sinnvoll – ein Vorhaben, das sowohl Bürgermeister als auch Gemeindeverwaltung für wichtig halten. Dieses Infoevent soll zeitlich im Bereich des Bestellstarts stattfinden. Zudem werden im Vorfeld alle Hauseigentümer schriftlich kontaktiert und informiert.
Bürgermeister Thomas Schmidinger ging nach der Vertragsunterzeichnung noch auf die Dorferneuerung in Waldhausen ein. Denn bei der Ortsdurchfahrt handelt es sich um eine Kreisstraße. Seine Bitte an die Telekom war es, dass hier die Glasfaserverlegung möglichst im Zuge der Straßensanierung stattfinden kann, damit diese nicht nach kurzer Zeit wieder aufgerissen werden muss. Prametsberger sicherte zu, diesen Aspekt an die zuständige Telekom-Abteilung weiterzugeben. hin