„Wir haben einfach abgeliefert“

von Redaktion

Die reine Mädchenmannschaft der Jugendfeuerwehr Flintsbach hat beim Landesentscheid in Neumarkt den vierten Platz belegt. Erst vor einem Jahr gegründet, überzeugte die Gruppe in allen Disziplinen. Mit 1.415 Punkten setzte sie sich gegen eine starke Konkurrenz aus ganz Bayern durch.

Flintsbach – Die Mädchenmannschaft der Jugendfeuerwehr Flintsbach hat beim Landesentscheid in Neumarkt ein herausragendes Ergebnis erzielt. Die Gruppe, die erst vor einem Jahr gegründet wurde, überzeugte in beiden Wettbewerbsteilen und setzte sich gegen starke Konkurrenz aus ganz Bayern durch. Für die Feuerwehr gilt der Erfolg als eindrucksvolle Bestätigung ihrer intensiven Jugendarbeit.

Die Mädchen der Jugendfeuerwehr Flintsbach traten in Neumarkt als einzige reine Mädchenmannschaft an und erreichte mit 1.415 Punkten den vierten Platz unter 24 qualifizierten Gruppen. Bereits beim Bezirksentscheid in Vaterstetten hatten sie mit 1.397 Punkten Rang fünf belegt und sich für den Landesentscheid qualifiziert.

Die „Mädels“ wollten
eine eigene Gruppe

Die Mannschaft entstand im Sommer 2025 auf Initiative von Hanna Unterseher (16) und Franziska Obermair (15). Beide waren zuvor in einer gemischten Gruppe aktiv. Bei Treffen mit anderen Feuerwehren, die bereits Mädchenteams aufgebaut hatten, entstand die Idee, ein solches Konzept auch in Flintsbach umzusetzen. Drei Mädchen waren bereits in der Feuerwehr, acht weitere konnten sie gewinnen. Im September 2025 begann das Training.

„Gleich zu Beginn galt es, mit kleinen Rückschlägen fertig zu werden“, sagt Franziska. Zwei Mädchen stiegen früh wieder aus, doch die Gruppe konnte die Lücke rasch schließen und beim Training half auch die Gruppe der Jungen selbstverständlich und hoch motiviert aus. Im Verlauf der Vorbereitung entwickelte sich das Team stetig weiter. „Schon bald merkten wir, dass wir unsere Aufgaben nicht nur sauber, sondern auch immer schneller bewältigen konnten“, sagt Hanna. „Von der ersten Idee bis heute brauchten wir gut ein Jahr.“

Vor dem Wettkampf seien die Anspannung und der Respekt vor der Konkurrenz deutlich spürbar gewesen. „Mit jedem Team, das vor uns antrat, kamen Zweifel auf“, erinnert sich Franziska. Die Leistungen der anderen Gruppen seien stark gewesen, doch die Flintsbacherinnen ließen sich nicht verunsichern.

Beim Landesentscheid überzeugten sie sowohl im A-Teil als auch im B-Teil. Der feuerwehrtechnische Löschangriff gelang fehlerfrei, der Staffellauf war schnell und ohne jeden technischen Patzer. „Im Wettkampf selbst war es plötzlich ganz ruhig in uns“, sagt Franziska. „Wir wussten, was wir können – und haben einfach abgeliefert.“

Eine besondere Konkurrenz zwischen männlichen und weiblichen Teams sei nicht spürbar gewesen. „Alle haben uns kollegial aufgenommen“, sagt Franziska. Hanna ergänzt: „Auch Schiedsrichter und Funktionäre haben sich sehr nett um uns gekümmert.“

Große Anerkennung
und neue Rollen

Nach dem Wettbewerb gab es zahlreiche Glückwünsche aus der eigenen Feuerwehr. „Viele haben gesagt, dass sie stolz sind, wie wir das durchgezogen haben“, sagt Hanna. Auch aus der Führung der Feuerwehr gab es klare Worte der Anerkennung.

Kommandant Jörg Benkel betont die Bedeutung des Erfolgs für die gesamte Wehr: „Ich bin ausgesprochen stolz darauf, was unsere Jugendlichen leisten – sei es in den Jugendstunden, in der Ausbildung zum aktiven Dienst, bei Prüfungen und Abzeichen oder wie jetzt bei den Wettbewerben. Der Teamgeist der Wettkampfmannschaften, der Übungsehrgeiz und das starke Auftreten sind ein Aushängeschild für unsere Feuerwehr.“

Für die beiden Initiatorinnen endet mit dem Landesentscheid die Zeit in der Jugendfeuerwehr – altersbedingt dürfen sie künftig nicht mehr antreten. Der Feuerwehr bleiben sie dennoch erhalten: Beide wollen als Trainerinnen ihr Wissen und ihren Einsatz an die nächste Generation weitergeben – und bringen dafür genau die Erfahrung mit, die ein erfolgreiches Team braucht.

Der vierte Platz beim Landesentscheid gilt in Flintsbach als Bestätigung der guten Jugendarbeit der örtlichen Feuerwehr. Die Mannschaft war die bestplatzierte reine Mädchenmannschaft und zugleich zweitstärkste oberbayerische Vertretung nach Heldenstein-Lauterbach.

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