Bad Aibling – Für Fans von Techno und Elektromusik gehört die Großveranstaltung in Bad Aibling sicher zu den jährlichen Höhepunkten. Das Echelon-Festival steht in den Startlöchern und geht morgen und übermorgen auf dem ehemaligen Kasernengelände in seine 16. Auflage. Und trotz erheblicher Störgeräusche in der Vergangenheit scheint die Begeisterung der Anhänger ungebrochen. So teilte Permanent Entertainment als Veranstalter bereits Anfang August mit, dass man kurz vor dem Ausverkauf stehe.
Tausende Besucher strömen ab kommendem Freitag also wieder nach Bad Aibling. Doch welche Rolle spielten im Vorfeld eigentlich ein internationaler „Techno-Skandal“, die derzeit angespannte Verkehrslage in der Kurstadt und die Angst vor einem ähnlichen Wetter-Fiasko wie im vergangenen Jahr?
2025 Abbruch wegen
eines Unwetters
Letzteres hatte im Sommer 2025 zu einem traurigen Novum geführt. So musste das Festival nach schweren Unwettern und heftigen Regenfällen vorzeitig abgebrochen werden. „Dass bereits eine Woche vor dem Festival 99 Prozent aller Tickets vergriffen sind, ist ein unglaubliches Zeichen unserer Community. Nach den Herausforderungen im vergangenen Jahr bedeutet uns dieser Support besonders viel“, erklärte dazu Veranstalter Patrick Gallenmüller von Permanent Entertainment.
„Bedeutet uns
besonders viel“
„Unabhängig von der derzeit sehr positiven Wetterprognose haben wir unsere bestehenden Wetter- und Sicherheitskonzepte noch einmal überprüft und entsprechend weiterentwickelt“, ergänzt Emilia Hauschild, Sprecherin von Permanent Entertainment, auf OVB-Anfrage. Dazu gehörten eine fortlaufende Beobachtung der Wetterlage, klar definierte Abläufe für unterschiedliche Wetterlagen sowie eine enge Abstimmung mit den zuständigen Behörden und Einsatzkräften. „Auch während des Festivals wird die Entwicklung kontinuierlich bewertet, sodass wir bei Bedarf kurzfristig reagieren und entsprechende Maßnahmen einleiten können“, so Hauschild.
Die Vorfreude auf das Echelon-Festival sei im gesamten Team riesig. „Nach den witterungsbedingten Einschränkungen im vergangenen Jahr bedeutet uns die Rückkehr zum regulären Festivalbetrieb besonders viel“, betont die Sprecherin. Gleichzeitig spüre man einen außergewöhnlich starken Rückhalt aus der Community. Das zeige sich auch an dem hohen Anteil an Gästen, die ihr Ticket aus dem vergangenen Jahr auf die diesjährige Ausgabe übertragen haben.
Welchen Einfluss hat
die Umleitungssituation?
Die aktuelle Verkehrssituation – Vollsperrung der Ellmosener Straße wegen des Baus eines Kreisverkehrs – und die damit verbundenen Umleitungen sind den Veranstaltern ebenso bekannt und wurden in die Anreiseplanung einbezogen, sagt Hauschild. „Wir stehen hierzu mit den zuständigen Stellen im Austausch und informieren unsere Gäste über die geltenden Anfahrtswege.“ Aufgrund der Umleitung empfehle man allen Besuchern, für die Anreise etwas mehr Zeit einzuplanen und nach Möglichkeit frühzeitig anzureisen.
Aiblings Ordnungsamtsleiter Martin Haas blickt aufgrund der jahrelangen Routine recht gelassen auf die Großveranstaltung am Wochenende. „Es ist keine gesonderte Umleitung für das Echelon eingeplant, der Verkehr läuft in Bad Aibling so, wie jetzt auch“, sagt er gegenüber dem OVB. Was bleibt, sei die für das Festival übliche Sperrung der Texasstraße. Und auch weil sich die Bürger nun schon seit mehreren Wochen an die Sperrungen in der Kur-stadt gewöhnen konnten, erwartet Haas am Wochenende keine nennenswerten Verkehrsprobleme.
Ähnlich sieht es Sebastian Thurnhuber, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bad Aibling, der ebenfalls auf die Sperrung der Texasstraße verweist. „Es ist wie jedes Jahr eine sehr eingespielte Routine“, sagt er auf OVB-Anfrage. Die Vollsperrung in Aibling sollte somit kaum Einfluss auf den An- und Abreiseverkehr des Festivals nehmen. Unabhängig vom Verkehr blickt Thurnhuber optimistisch auf das Großevent: „Wenn das Wetter, anders als im letzten Jahr, mitspielt, erwarten wir ein friedliches Festival.“
Wie sieht das
finale Line-up aus?
Apropos Wetter: Laut Ordnungsamtsleiter Martin Haas würden bei dem Festival neben Lärmschutz- und Sicherheitsvorkehrungen auch Hitzeschutzkonzepte umgesetzt. Auch seien seitens des Veranstalters Beschwerdestellen, insbesondere eine Beschwerdehotline (0155/10157117), eingerichtet. „Es ist alles in die Wege geleitet und auch das Ordnungsamt selbst wird vor Ort präsent sein“, so Haas.
Bleibt nur noch zu klären, was eigentlich aus dem besagten „Hard-Techno-Skandal“ geworden ist und welchen Einfluss er aufs Echelon nimmt. Vor einigen Monaten wurden schwere Vorwürfe gegen einzelne internationale Künstler erhoben, weswegen zahlreiche Festivals, auch das Echelon, betroffene Künstler vorerst aus dem Programm gestrichen hatten. Hierzu teilt Permanent Entertainment mit: „Es ist bei dem finalen Line-up ohne die betroffenen Künstler geblieben. Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand liegen uns hierzu keine neuen Erkenntnisse vor.“