Halfing – Seit 175 Jahren steht in der Dorfmitte des Halfinger Ortsteils Egg die vom damaligen Austragsbauer Anton Reif erbaute Kapelle. Diese ist aufgrund ihrer kulturhistorischen und identifizierenden Wirkung und Bedeutung mittlerweile denkmalgeschützt.
Markantestes äußeres Zeichen ist der für eine Kapelle eher unübliche Glockenturm, dessen zwei Glocken die Gläubigen zum Gebet und Rosenkranz rufen. Der im neogotischen Stil erbaute Altar erinnert an die „seligste Jungfrau Maria“ sowie früher an die heilige Barbara und die heilige Katharina. Auch ein Kreuzweg mit 14 hübschen Tafeln verziert die Kapelle.
Letztmalig wurde diese 1980 durch Sebastian Mayer vom „Stennerhof“, der auch die Baukosten übernommen hatte, saniert. Nachdem der Zahn der Zeit deutlich sichtbar am Gemäuer der Kapelle nagt, entschlossen sich die Bewohner aus Egg, diese in Eigeninitiative und auf eigene Kosten zu renovieren.
Halfings Bürgermeister Stefan Schlaipfer zeigte sich beim gemeinsamen Termin vor der Kapelle, zu dem auch der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe (LAG), Herbert Strauch, sowie zahlreiche engagierte Bürger und Spender zusammenkamen, sichtlich begeistert von der Aktion: „Es ist schön zu sehen, dass die Dorfgemeinschaft in Egg so zusammenhält. Dieses Engagement ist ein eindrucksvoller Beweis eines gelebten Miteinanders. Nur dadurch wird ein solches Vorhaben überhaupt erst möglich.“
Nach der Zustimmung zur Sanierung des Gebäudes durch das Amt für Denkmalschutz holten die Initiatoren Kostenvoranschläge ein. Diese belaufen sich im Moment auf über 26.000 Euro, was trotz eines möglichen Zuschusses des Landesamtes für Denkmalpflege und des Bezirks Oberbayern in Höhe von insgesamt 17.500 Euro eine erhebliche finanzielle Belastung für die engagierten Bewohner von Egg mit sich bringt. Einen wertvollen Beitrag leistet hierbei die LAG Chiemgauer Seenplatte, die das bürgerschaftliche Engagement mit einer Förderung von 1.000 Euro honoriert.
Unterstützung für die
Restfinanzierung gesucht
Zusammen mit weiteren wichtigen Kostenbeteiligungen der Gemeinde Halfing, der Helene-Berger-Stiftung, der Pfarrkirchenstiftung und einigen weiteren Spendern konnte die finanzielle Hürde bereits deutlich gesenkt werden. Dank hoher Kostenzusagen durch die Familie Mayer und Elisabeth Ginzinger besteht derzeit noch ein Fehlbetrag in Höhe von voraussichtlich circa 5.500 Euro.
Die Initiatoren aus Egg hoffen deshalb auf weitere Spenden, um dieses Gemeinschaftsprojekt erfolgreich abzuschließen.