Freising/Bad Aibling – Bis in den Herbst hinein dauern Sanierungsmaßnahmen, die am sogenannten Marthaheim in Bad Aibling erforderlich sind, das sich unterhalb der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt am Totenberg befindet. Mit dem Einbau neuer Eingangstüren für die insgesamt zwölf Wohnungen, die der Gebäudekomplex beherbergt, wurde bereits begonnen. Auch die Oberlichter sowie Türen im Kellergeschoss werden ausgetauscht.
Finanzierung
und Zeitplan
Umfangreichstes Element der Arbeiten ist die ebenfalls vorgesehene Dachsanierung. Architekt Thomas Krücke, in dessen Hand die Planung lag, geht davon aus, dass das für die Dacharbeiten erforderliche Gerüst bis zum Freitag, 28. August, steht. Auch der hierfür benötigte Kran soll bis zu diesem Zeitpunkt seine Arbeit aufnehmen können.
Das Haus, dessen erste Mieter 1971 einzogen, ist mittlerweile in die Jahre gekommen. „Die geplanten Reparaturen sind absolut notwendig. Insbesondere mit dem Austausch der Türen wird der Brandschutz der Anlage verbessert“, sagt Krücke. Als Bauherr tritt der Verein der Pfarrhaushälterinnen der Erzdiözese München und Freising auf, in dessen Eigentum sich der Großteil der Wohnanlage befindet. Das Grundstück hat die Kirchenstiftung von Mariä Himmelfahrt dem Verein einst in Erbpacht zur Verfügung gestellt. Vor einigen Jahren übernahm das Katholische Siedlungswerk die Hausverwaltung.
Von den insgesamt zwölf Wohnungen in dem Gebäude gehören elf dem Verein der Pfarrhaushälterinnen, eine befindet sich im Eigentum der Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt. Deshalb beteiligt sich die Stiftung anteilsmäßig mit 13,1 Prozent an den Kosten der Dachsanierung und trägt die Kosten für die neue Eingangstür zu der ihr gehörenden Wohnung in voller Höhe. Architekt Thomas Krücke kalkuliert mit Gesamtkosten von rund 323.000 Euro für die anfallenden Arbeiten. Dass der Kostenrahmen eingehalten wird, da ist er ziemlich optimistisch. „Das sieht gut aus. Vielleicht wird es auch ein bisschen billiger. Genau kann man das natürlich erst sagen, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind. Man weiß ja nie, ob plötzlich etwas dazukommt“, schränkt er seine Zuversicht deshalb ein wenig ein.
Was den Zeitplan betrifft, geht Krücke davon aus, dass die Sanierungsmaßnahmen in der ersten Oktoberhälfte abgeschlossen sind. „Da müsste alles in trockenen Tüchern sein“, sagt der Architekt. Darauf hofft auch Lidwina Geltinger, Vorsitzende des Vereins der Pfarrhaushälterinnen. Sie sieht die Sanierung „als absolut notwendige Maßnahme“ und ist froh, dass sie nun über die Bühne gehen kann.
Der ursprüngliche Grund für die Errichtung des Marthaheims war die Tatsache, dass sich vor allem früher Pfarrhaushälterinnen oft schwertaten, eine geeignete und bezahlbare Wohnung zu finden, wenn sie in einem Pfarrhaushalt nicht mehr gebraucht wurden und in den Ruhestand gingen. „Mit dem Gebäude sollte dieses Problem gelindert werden“, erinnert Geltinger an die Überlegungen von einst. Der Bedarf für derlei Wohnraum sei auch heute noch gegeben, weiß die Vereinsvorsitzende. „Wir haben immer wieder mal Nachfragen von Pfarrhaushälterinnen, ob sie hier einziehen können“, berichtet sie.
Sechs ehemalige
Kolleginnen leben dort
Das sieht auch ihre Vorgängerin Anneliese Kroha so, die von 2002 bis 2006 stellvertretende und anschließend bis 2022 Vorsitzende des Vereins war. Sie wohnt selbst seit 2013 in der Wohnanlage. Wenngleich derzeit einige Wohnungen auch mit externen Mietern belegt sind, steht für Kroha der weiter bestehende Bedarf an Wohnraum für Pfarrhaushälterinnen ebenfalls außer Zweifel. „Es ist wichtig, dass das Haus für diese Berufsgruppe erhalten bleibt“, betont sie mit Verweis auf die Tatsache, dass derzeit sechs ehemalige Kolleginnen hier wohnen.