Samerberg – Ein Robin Hood auf Bayerisch, ein Sheriff von Kaiserschmarrn und ein glitschiges Orakel von Gequakel: Am Samstagnachmittag (15. August) gehörte das Grainbacher Festzelt ganz den Kindern. Im Rahmen der Jubiläumsfestwoche des Trachtenvereins Grainbach präsentierten Stefan Murr und Heinz-Josef Braun ihr Theaterstück „Der bayerische Robin Hood“ – und sorgten damit für viel Gelächter, Spannung und Bewegung im Publikum.
Gut 250 Kinder waren gemeinsam mit Eltern und Großeltern ins Festzelt gekommen. Schon der Blick auf die dicht besetzten Bänke zeigte, dass das Kinderprogramm auf großes Interesse stieß. Und lange still sitzen mussten die jungen Besucher ohnehin nicht: Immer wieder wurden sie in die Handlung einbezogen, durften mitmachen, reagieren und sich von der Bühne aus anstecken lassen.
Die bekannte Sage von Robin Hood wird in dem Stück nicht einfach nacherzählt, sondern kurzerhand nach Bayern verlegt und mit einer gehörigen Portion Wortwitz versehen. Die Autoren, Komponisten und Schauspieler Heinz-Josef Braun und Stefan Murr übernehmen dabei selbst sämtliche Rollen und wechseln mit großer Spielfreude zwischen den Figuren.
So begegnet das Publikum unter anderem den Piraten-Ratten Ratz und Fatz, König Bärenherz und seiner Adoptivtochter Prinzessin Marianne, dem Sheriff von Kaiserschmarrn, dem glitschigen Orakel von Gequakel, Bruder Stiergnack und den gefürchteten Haudrauf-Rittern. Dazu kommen immer wieder Situationen, bei denen nicht nur die Kinder ihren Spaß hatten. Dass das Konzept funktioniert, war im Festzelt schnell zu sehen und zu hören. Besonders dann, wenn sich im Publikum viele Hände gleichzeitig nach oben streckten oder die Kinder gespannt auf die nächste Wendung warteten, wurde aus dem Theaterstück ein gemeinsames Erlebnis zwischen Bühne und Zuschauern.
Damit zeigte die Jubiläumsfestwoche am Samstagnachmittag noch einmal eine ganz andere Seite. Nach all den Veranstaltungen für die Erwachsenen stand diesmal bewusst die jüngere Generation im Mittelpunkt.
Für die Kinder wurde der Nachmittag zu einem ebenso lustigen wie ungewöhnlichen Theatererlebnis – und für viele Eltern und Großeltern wohl ebenfalls. Denn der „Bayerische Robin Hood“ bewies vor allem eines: Eine gute Geschichte funktioniert auch dann, wenn aus den Midlands Bayern wird und der Sheriff nicht von Nottingham, sondern von Kaiserschmarrn kommt. Rainer Nitzsche