Stephanskirchen – Mehrere gelb leuchtende Schilder mit den Worten „Stop“ und „Falsch“ inklusive eines durchgestrichenen Lkw: Eigentlich sollten diese Zeichen für jeden Lkw-Fahrer ein eindeutiges Signal senden. Eigentlich.
Denn in der Innleitenstraße in Stephanskirchen kam es – wieder mal – zum Polizei- und Abschleppeinsatz. Ein Lkw-Fahrer hat die Schilder offensichtlich missachtet und ist dennoch die enge Straße in Richtung St. Leonhardsquelle (deren Lkw-Zufahrt aus Richtung Haidbichl geregelt ist; Anm. d. Red) gefahren. Lange ging es gut. Am Gillitzerschlössl erkannte er, dass es nicht mehr weitergeht.
Vorfälle dieser Art
gibt es immer wieder
„Vorfälle dieser Art hatten wir an dieser Stelle schon häufiger“, erklärt der Rosenheimer Polizeihauptkommissar Robert Maurer gegenüber dem OVB. So also auch am Dienstag (18. August). „Ein Sattelzug hat sich dort festgefahren“, berichtet Maurer. Ganz alleine wäre ein Rausrangieren aus der engen Straße für den Fahrer unmöglich. Daher hatte die Polizei einen Kran angefordert. Dieser wurde letztlich zum Glück nicht gebraucht. Mithilfe von drei Experten und Maßarbeit mit Funk konnte der Lkw rückwärts auf die Straße zurückbefördert werden.
Die Besitzer und gleichzeitig auch Anwohner des Gilitzerschlössls sind diese Aufregung zwar schon gewohnt – nervenzehrend ist es aber dennoch.
„Wir standen jetzt drei Stunden auf der Straße“, berichtet eine Anwohnerin gegenüber dem OVB. „Es ist zwar besser geworden, seit diese riesigen Schilder vorne stehen, aber es verirren sich trotzdem immer wieder welche.“ Am Parkplatz vor der Einfahrt in die enge Straße könne man täglich wendende Lkw beobachten. Die meisten würden auf die Schilder reagieren und umdrehen.
Dennoch gebe es nach wie vor einige, die einfach ihrem Handynavi folgen – ohne auf die Warnschilder zu achten. „Und Google Maps schickt sie leider immer noch hier durch.“ Die Fahrer würden auch keine speziellen Lkw-Navis nutzen, sondern schlichtweg mit dem Handy durch die Gegend fahren.
Wehe, ein Lkw steckt fest und weiter hinten brennt‘s
In diesem Fall ist es für die Anwohner glimpflich ausgegangen. Große Zerstörung blieb glücklicherweise aus, da der Fahrer noch verhältnismäßig früh merkte, dass er nicht durchkommt.
Doch das ist nicht immer so. In der Vergangenheit wurde bereits mehrfach der Gartenzaun des Schlössls – bestehend aus massiven Steinsäulen – demoliert. „Das ist ein historischer Zaun, der ist teuer und schwer zu reparieren“, sagt die Besitzerin. Doch nicht nur die Schäden bereiten den Anwohnern Sorgen. Auch die Straßenblockade könnte zur Gefahr werden. „Die Straße ist ja mehrere Stunden blockiert“, sagt sie. Sollte jemand einen Rettungswagen benötigen oder die Feuerwehr anrücken müssen, könne das schnell zum Problem werden.