Don Camillo und Peppone in Eggstätt

von Redaktion

Die Christliche Frauenbewegung in Eggstätt hat am Samstag, 15. August, ihr 50. Jubiläum gefeiert. Bei bestem Wetter lieferten sich Pfarrer und Bürgermeister einen humorvollen Schlagabtausch als Don Camillo und Peppone.

Eggstätt – Kaiserwetter und hochsommerliche Temperaturen grüßten bereits am Morgen die Ortsvereine und den Jubelverein, die Christliche Frauenbewegung (CFB), sowie die Vertreter der Kommune und viele Bürger, die sich in der Hartseestraße zur Aufstellung zum Kirchenzug trafen.

Pfarrer Andreas Przybylski zelebrierte zusammen mit Pfarrer Peter Bergmaier und Diakon Sepp Stürzer den Festgottesdienst. „50 Jahre sind eine stolze Zeit“, so Przybylski, „schön, dass wir gerade an Mariä Himmelfahrt das Fest der Christlichen Frauenbewegung Eggstätt zusammen feiern dürfen.“ Musikalisch wurde der Festgottesdienst von Nadja Stübl (Keyboard), Irmgard Summerer (Geige) und dem Kirchenchor untermalt.

Viel mehr als nur Ausflüge und Wanderungen

Seit dem 19. November 1976 unternehmen die Frauen der Pfarrei Eggstätt nicht nur gemeinsame Ausflüge und Wanderungen. Sie führen beim jährlichen Brunch die Generationen zusammen. Sie unterstützen mit der Flohmarkthütte und den genähten Herzkissen soziale Projekte und begleiten die kirchlichen Feste wie Fronleichnam und Maria Himmelfahrt.

Mit netten Versen und den entsprechenden Kräutertöpfen stellten Doris Kappel, Christine Öckel und Gaby Kynast-Obinger einen traditionellen Kräuterstrauß vor, zu dem unbedingt der Frauenmantel gehört. Dieser hat sich besonders in der Frauenheilkunde bewährt und ist für die CFB bedeutend. Denn die Frauen setzen sich immer wieder heilend für andere Frauen ein – etwa mit Spenden oder dem Nähen von Herzkissen für an Brustkrebs erkrankte Frauen.

Erfrischend wie die Minze sehen die Frauen der CFB Eggstätt ihre Arbeit im Hinblick auf die Kirche und das Leben der Pfarrgemeinde. Stimmungsaufhellend wie das Johanniskraut werden die Veranstaltungen gesehen, die meist fröhlich sind.

Salbei, Petersilie und die Schafgarbe, der eine heilende Wirkung anhaftet – „Wunden heilen“ heißt es auch oft bei der CFB, egal ob in der Zwergerlgruppe oder bei Männerschnupfen. Im Mittelpunkt eines Kräuterbuschens steht die Königskerze, symbolisch für Jesus als das Licht der Welt und sinnbildlich dafür, dass jeder Mensch eine unverlierbare Würde besitzt.

Die mitgebrachten Kräuterbüscherl erhielten anschließend den kirchlichen Segen. Mit Böllerschüssen der Moosschützen wurde die Gabenbereitung gewürdigt.

Zu wem gehört denn nun die Frauenbewegung?

Vor dem Schlusssegen gesellten sich Don Camillo (Pfarrer Andreas Przybylski) und Peppone (Bürgermeister Christoph Kraus) zur Festgemeinde. Zwischen Pfarrer und Bürgermeister galt es, mit Gstanzln abzuklären, zu wem denn nun die CFB Eggstätt gehört. Der Pfarrer ist der Meinung: „Die Frauen gehören der Kirche sicherlich – war doch Gründer des Eggstätter Frauenbundes einst Max Zeitler und Gottesmann“ – was Bürgermeister Kraus ganz anders sieht: Schließlich war er Bürger von Eggstätt und untersteht so auch weltlicher Macht. „Eggstätt statt Kirche im Ausweis steht“, wie Kraus weiß, worauf der Pfarrer entgegnet: „Doch einst diese Welt und auch Eggstätt vergeht.“

Mit viel Witz, Charme und Herzlichkeit verstand es Eggstätts kirchliche und weltliche Obrigkeit, diese Frage zu klären. Letztlich stellten sie fest, dass die Frauen sich selbst gehören und es gilt, ihnen zu ihrem Jubiläum zu gratulieren.

Sind die Filmfiguren Don Camillo und Peppone dafür bekannt, dass sie oftmals konkurrieren, um die sozialen Fragen ihrer Zeit zu lösen, zeigt das Duo Bürgermeister und Pfarrer in Eggstätt eine große Einigkeit, ein respektvolles und herzliches Miteinander. Mit ihrem humorvollen Gstanzl hatten die beiden die Schmunzler und Lacher auf ihrer Seite, und mit lang anhaltendem Beifall dankte ihnen die Festgemeinde für diese „besondere Festrede“.

Über dieses harmonische Zusammenspiel von Pfarrer und Bürgermeister freut sich auch die Vorsitzende der CFB Eggstätt, Annemarie Kamysek, die anschließend das Wort ergriff. Im Namen der Frauenbewegung bedankte sie sich bei allen Unterstützern.

Auf ein halbes Jahrhundert Vereinsgeschichte blicken die Frauen des Jubelvereins zurück. Es war der längst verstorbene Ortspfarrer Dr. Max Zeitler, der den Grundstein für diese Gemeinschaft gelegt hatte. Knapp eine Handvoll der damaligen Gründungsmitglieder lebt noch. Berta Mayer hatte als langjährige Vorsitzende des damaligen Frauenbundes die Geschicke des Vereins mit viel Herzblut gelenkt.

Seit 15 Jahren unter
neuem Namen unterwegs

Vor 15 Jahren wurde aus dem Frauenbund die „Christliche Frauenbewegung Eggstätt“. Die damalige Vorstandschaft bezeichnete das Wort „christlich“ bewusst als „Türöffner“ für Frauen aller Glaubensrichtungen und „Bewegung“ als Ausdruck für das ständige und aktive Miteinander.

Beim anschließenden Festzug ging es durch das Dorf. Stolz führten die Frauen den Zug an – bis zum Frühschoppen auf dem Rathausplatz. Zu den bayerischen Klängen der „Kloahäusler Musi“ wurde das Jubiläum gebührend gefeiert.

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