Bad Lauchstädt/Rohrdorf – Die Rohrdorfer Musikkapelle ist gut, richtig gut. Das ist bekannt, es hat sich herumgesprochen, auch über die Gemeindegrenzen hinaus. Dass die Kapelle aber seit Kurzem selbst in Bad Lauchstädt eine Fangemeinde haben dürfte, ist neu. Bad Lauchstädt liegt nämlich in Sachsen-Anhalt, gute 20 Kilometer südwestlich von Halle; nach Leipzig sind es rund 60 Kilometer.
Großer Auftritt
beim Brunnenfest
In diesem Ort spielten unlängst 40 Musiker der Rohrdorfer Musikkapelle zum dortigen Brunnenfest auf. Bad Lauchstädt hat nämlich seit 300 Jahren eine Heilquelle, deren Wasser auch abgefüllt wurde. Allerdings ging diese Anlage 2011 in Insolvenz, und drei Jahrhunderte Heilwassergeschichte hätten ihr Ende gefunden, wenn sich nicht in der Stephanskirchner Leonhardsquelle ein Käufer gefunden hätte.
Dieser beschloss, die Quelle wieder auf Vordermann zu bringen. Ein Unterfangen, das sich inklusive der notwendigen neuen wasserrechtlichen Genehmigungen und aller Bauten über mehrere Jahre hinzog.
Ein solches Mammutprojekt in einer Gemeinde von rund 8.000 Einwohnern muss verständlicherweise in einer großen Einweihungsfeier münden. Die Firma MS Maschinenbau und Service Bojuk hat den Neuaufbau der technischen Infrastruktur übernommen. Für sie war klar: Das Fest schreit nach einer Begleitung durch die örtliche Blasmusik. Denn das Unternehmen ist eigentlich in Achenmühle ansässig und von daher daran gewöhnt, dass alle richtigen Feste Blasmusik benötigen.
Allein – und das ist für Rohrdorfer Verhältnisse schwer verständlich – hat Bad Lauchstädt zwar eine ehrwürdige Heilwasserquelle, aber keine Blaskapelle, wie der dortige Bürgermeister Christian Runkel kleinlaut gestehen musste.
Eine „Schnapsidee“ wird ein voller Erfolg
„Kein Problem“, dachten sich da etliche Mitarbeiter der Firma, die zufällig auch Mitglieder der Blasmusik sind, „dann helfen wir eben aus.“ Und was zunächst wie eine bloße Schnapsidee erschien, wurde konsequent umgesetzt: Ein ganzer Bus voller Musiker unter Dirigent Martin Frey begleitete die Mitarbeiter des Unternehmens. Und wenn Musiker und Handwerker anderswo die Fahne Rohrdorfs hochhalten, darf natürlich auch Simon Hausstetter, der Bürgermeister, nicht fehlen.
Die Delegation bewies den Bad Lauchstädtern zu ihrem Brunnenfest also: Heilquelle und Goethetradition sind gut, ohne eine zünftige Blaskapelle aber nicht einmal die halbe Miete, soll das Fest ein richtig großes sein.