Grenzenloser Ärger: Die Straße bleibt dicht

von Redaktion

Die Hoffnung auf eine Teilöffnung der Staatsstraße 2089 in Kiefersfelden ist geplatzt. Die Vollsperrung bleibt bis Mitte Oktober bestehen, obwohl sich die Gemeinde für eine Alternative stark gemacht hatte. Anwohner und Geschäftsinhaber reagierten enttäuscht.

Kiefersfelden – Die Enttäuschung ist übergreifend „grenzenlos“ diesseits (Bayern) und jenseits (Tirol) des Inns. Denn die erhoffte Teilöffnung der Staatsstraße 2089 wird es auch im zweiten Bauabschnitt, der am Montag, 17. August, begonnen hat und bis zum 16. Oktober andauern soll, nicht geben.

Der erste Bauabschnitt wurde planmäßig abgeschlossen. Dabei wurde die Fahrbahn der Staatsstraße 2089 von der Landesgrenze bis zur Einfahrt in das Gewerbegebiet hinter den Sportplätzen herausgefräst und erneuert. Zudem wurden auch die Entwässerungseinrichtungen ertüchtigt sowie Sparten- und Pflasterarbeiten durchgeführt.

Stützmauer und
neuer Gehweg in Arbeit

Auch die Sanierung einer mehr als 100 Meter langen Stützmauer auf der Hangseite der Kufsteiner Straße ist beendet. Begonnen hat außerdem der Bau eines neuen Gehwegs zwischen der Einmündung in die König-Otto-Straße und der Kreuzung Kufsteiner Straße/ Bahnhofstraße, den die Gemeinde Kiefersfelden in Auftrag gegeben hat und der demzufolge auch von ihr finanziert werden muss.

Insgesamt hält das zuständige Staatsbauamt in Rosenheim an der kompletten Sperrung der Staatsstraße 2089, von der Staatsgrenze bis zur Kreuzung Staatsstraße/Bahnhofstraße, weiterhin fest, um einen „reibungslosen Bauablauf“ sicherzustellen. Schon bei der Informationsveranstaltung im Mai machte Alexander Eisner, Gebietsabteilungsleiter des Rosenheimer Straßenbauamtes, deutlich, dass es dafür eine durchgehende Vollsperre braucht.

Für die Gemeinde ist das jedoch nicht unbedingt verständlich, haben doch die Verantwortlichen eine „Alternative angeboten“, wie es Bürgermeister Hajo Gruber (UW) formuliert. Dabei sollten mehrere kleinere Straßen kurzfristig in Einbahnstraßen umgewidmet werden, um den „Grenzverkehr“ sicher zu gewährleisten und die betroffenen Geschäfte und Dienstleister einfacher erreichbar zu machen. Doch mit diesem Vorschlag, der vor Ort mit dem zuständigen Staatsbauamt und der bauausführenden Firma noch einmal ausführlich diskutiert worden war, konnte sich die Gemeinde nicht durchsetzen.

In seiner Entscheidung führte das Staatsbauamt nach Abwägung der verkehrlichen, baulichen und sicherheitsrelevanten Belange aus, dass „die Öffnung jedoch nicht ermöglicht werden“ kann. Aus Sicht der zuständigen Behörde in Rosenheim „wäre die Verkehrsbelastung für die innerörtlichen Straßen zu groß“, da auf der Staatsstraße 2089 im Schnitt rund 7.400 Fahrzeuge pro Tag unterwegs seien, die dann über die Gemeindestraßen hätten fahren müssen.

Auch die Baustellenlogistik sowie Materialanlieferungen und -lagerungen wären, aus Sicht des Bauamts, durch eine Öffnung des Grenzbereichs erschwert worden, was zu Verzögerungen hätte führen können. Hinzu komme, „dass die Freigabe ohnehin nur wenige Wochen bestanden hätte, da für Restarbeiten im Bereich des Grenzübergangs ab Ende September bis zur Fertigstellung Mitte Oktober erneut eine Vollsperrung notwendig geworden wäre“. Der Wechsel zwischen Sperrung und Öffnung hätte demnach absehbar zu Verkehrsproblemen geführt. Der überörtliche Verkehr werde daher weiterhin über die A93 umgeleitet.

Doch auch wenn es nur wenige Wochen gewesen wären, hätte es für die Anwohner und Geschäftsinhaber einen Unterschied gemacht. Egal ob Friseur oder Blumengeschäft – alle machten bereits mehrfach ihre Lage durch die schwere Erreichbarkeit deutlich. Wie es aussieht, ohne Erfolg.

„Den Betroffenen helfen,
wo immer es geht“

Daher ist nicht nur für den Rathauschef die getroffene Entscheidung zur weiteren Vollsperrung „insgesamt doch eher enttäuschend“. Doch im Hinblick auf die ausführliche Begründung des Staatsbauamtes, vor allem in verkehrstechnischer Hinsicht, gilt es nun für ihn und die Gemeinde, „diese Zeit aktiv zu gestalten und den Betroffenen zu helfen, wo immer es geht“. Dazu spricht er die Hoffnung aus, „dass keine Geschäfte wegen der Vollsperrung ans Limit gehen oder gar schließen müssen“. Überzeugt ist er jedoch, „dass der Ausbau ein Gewinn für die Gemeinde und die Anlieger ist“.

Die Kosten der Baumaßnahme belaufen sich laut Mitteilung des Staatsbauamtes und der Gemeinde Kiefersfelden auf insgesamt rund 3,3 Millionen Euro. Davon trägt die Grenzkommune für die von ihr in Auftrag gegebenen Arbeiten rund 1,1 Millionen Euro, die übrigen Kosten übernimmt der Freistaat Bayern. Wenn alles nach Plan verläuft, wird die Ortsdurchfahrt im Laufe des Freitags, 16. Oktober, wieder vollständig freigegeben. Die Restarbeiten außerhalb des Fahrbahnbereichs sollen dann am Freitag, 20. November, abgeschlossen sein.

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