Wasserburg/Griesstätt – Wer dieser Tage aus Griesstätt kommend auf die B15 auffahren wollte, hat sie bemerkt. Orange Fahrbahnmarkierungen platzen ab. Gelbe Fetzen liegen auf der Fahrbahn. Hinzu kommen Baken, die mitten auf der Fahrbahn platziert sind. Sie stehen mitten auf der Rechtsabbiegespur in Richtung Wasserburg. Dem Autofahrer erschließt sich nicht so ganz: Wo darf ich jetzt langfahren? Darf ich rechts in Richtung Norden abbiegen? Die Markierungen: Sie sorgen an der B15-Abzweigung nach Griesstätt für Probleme.
Bei Griesstätts Bürgermeister Anton Strahlhuber ist das Problem bekannt. Er betreibt in seinem Heimatort ein Omnibusunternehmen und fährt regelmäßig an der Stelle auf die Bundesstraße, wie er berichtet. Er weiß also von dem Chaos rund um die baustellenbedingten Fahrbahnmarkierungen. Und er ergänzt klar: „Das ist nicht im Sinne des Erfinders.“ Der Rathauschef sieht die Bau-, respektive die Verkehrssicherungsfirma, in der Pflicht. „Das muss behoben werden“, betont Strahlhuber.
Beim Staatlichen Bauamt Rosenheim, das die Baustelle verantwortet, sei man schon tätig geworden, beteuert eine Sprecherin. „Die Verkehrssicherungsfirma ist schon informiert“, versichert sie am Donnerstagvormittag auf Nachfrage. „Das Problem wird schnellstmöglich behoben.“ Doch warum platzten die Markierungen ab? Der Grund dafür sei auf einen Materialfehler zurückzuführen, teilt das Staatliche Bauamt weiter mit.
Offenbar hat sich die gelbe Markierung an der Baustelle nicht richtig mit dem Fahrbahnbelag verbunden. Das Positive: Befürchtete lange Staus blieben in dieser Woche aus. Als OVB-Reporter aus der Wasserburger Redaktion in dieser Woche zu verschiedenen Tageszeiten – 10 Uhr vormittags, gegen 12 Uhr mittags und nach 17 Uhr abends – vorbeifuhren, floss der Verkehr zumindest ohne gravierende Probleme.
In dieser Woche steht auch nicht mehr die Baustellen-Ampel an der Stelle, die den Verkehr während der Maßnahmen leiten sollte. Dafür sorgt nun also ein Markierungs-Chaos für Verwirrung. Zu Unfällen kam es bisher noch nicht. Die eh schon unübersichtliche Stelle macht die irritierende Verkehrsführung aber erst mal nicht sicherer.
Massive Umgestaltung
für zwei Monate
Gut zwei Monate lang wird die Kreuzung, an der es von der B15 nach Griesstätt geht, massiv umgestaltet. Das Staatliche Bauamt Rosenheim errichtet dort eine Ampel. Sie soll die unübersichtliche Stelle, an der sich in der Vergangenheit immer wieder schwere Unfälle ereignet haben, entschärfen.
Die Anlage ist allerdings umstritten. 4.000 Bürger hatten sich Anfang des Jahres in einer Petition dafür ausgesprochen, an dem Punkt einen Kreisverkehr zu bauen. Doch die Petition fiel vor dem Bayerischen Landtag durch. Das Staatliche Bauamt habe sich, nach Abwägung aller Möglichkeiten, entschieden, eine Ampel zu errichten, bekräftigte es noch vor zwei Wochen, kurz vor dem Baustart, noch einmal. Ausschlaggebend sei gewesen, schnell eine Lösung und Verbesserung der Situation herbeizuführen.
Griesstätts Bürgermeister Strahlhuber, der die besagte Stelle aber eben vor allen Dingen als Autofahrer regelmäßig selbst passiert, war einst ebenfalls ein großer Verfechter des Kreisverkehrs. Mittlerweile freut er sich auf die Ampel. Weil sie rasch zu errichten ist. Auf der anderen Seite ist ihm aber auch bewusst, dass der Verkehr während der Arbeiten nicht ohne Probleme wird fließen können. „Es ist eine Baustelle“, betont er. „Da gibt es natürlich Einschränkungen.“
Katharina Brumbauer