Amerang stimmt gegen neue Agri-PV-Anlage

von Redaktion

Der Gemeinderat in Amerang hat sich gegen ein Solarprojekt auf einer Anhöhe ausgesprochen, um das Landschaftsbild zu bewahren. Zudem bewilligte das Gremium zusätzliche Mittel für dringende Straßenarbeiten im Ortsteil Kirchensur.

Amerang – Mit mehreren Bauangelegenheiten hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung befasst. Bürgermeister Konrad Linner (Gemeindeliste Amerang, GLA) berichtete, dass verwaltungsintern keine Bauvorhaben behandelt worden seien.

Vom Landratsamt Rosenheim wurden die Baugenehmigungen für einen gewerblichen Carport auf dem Grundstück Kammer 17 sowie für die Überdachung bestehender Stellplätze auf dem Grundstück Pfaffing 6 erteilt.

Bedingungen für
Tiere verbessern

Einstimmig stimmte der Gemeinderat dem Antrag auf Baugenehmigung für einen Anbau mit Auslauf an das bestehende Stallgebäude auf den Grundstücken Meilham 7 zu. Mit der Erweiterung sollen die Bedingungen für die Tiere verbessert und ein automatisches Melksystem ermöglicht werden.

Keine Zustimmung fand dagegen der Antrag auf Errichtung einer Agri-Photovoltaik-Anlage (Agri-PV-Anlage) bei Sonnenfeld im Bereich Unterratting. Geplant waren sonnengeführte Modulreihen, zwischen denen weiterhin Landwirtschaft betrieben werden sollte. Grundsätzlich begrüßte der Gemeinderat die Energiewende und die damit verbundene Wertschöpfung vor Ort. Die exponierte Lage des Standorts auf dem Höhenzug stieß jedoch auf deutliche Bedenken. Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt.

„Grundsätzlich begrüßen wir Maßnahmen zur Energiewende und zur Wertschöpfung vor Ort“, sagte Matthias Schmid (GLA). Bürgermeister Linner (GLA) verwies auf den Bürgersolarpark Amerang, bei dem bewusst ein möglichst naturverträglicher Standort gewählt und durch Eingrünung ein harmonischer Übergang in die Landschaft geschaffen werde.

Die Größe der Anlage und die Beteiligung der Bürger am Ertrag sollten zudem kleinere Splitteranlagen vermeiden.

„Die Landschaft gehört uns allen“, betonte Markus Keller (Christlich-Soziale Union, CSU). Wegen der weithin sichtbaren Lage der geplanten Anlage müsse auf eine ausreichende Eingrünung bestanden werden. Auch bei künftigen Anlagen sollten die gleichen Maßstäbe gelten.

Christl Kerstens (GLA) sprach zudem die Belastung der Niederspannungsnetze an. Es müsse geklärt sein, wohin der erzeugte Strom fließe. Ein Speicher könne dazu beitragen, den Strom bedarfsgerecht und netzverträglich einzuspeisen.

Linner wies darauf hin, dass das Landratsamt Rosenheim als Genehmigungsbehörde noch die notwendige Privilegierung des Vorhabens prüfe und final für die Genehmigung zuständig sei. Mit seinem Nein machte der Gemeinderat deutlich, dass bei Freiflächen-Photovoltaik neben der Energiewende auch Landschaftsbild, Eingrünung und Netzverträglichkeit eine wichtige Rolle spielen.

Zusätzliche Arbeiten
erforderlich

Zudem fasste der Gemeinderat einstimmig den Satzungsbeschluss zur ersten Änderung des Bebauungsplans „Kammerer Feld“. Vorangegangen war die Abwägung der im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange eingegangenen Stellungnahmen. Die Hinweise wurden zur Kenntnis genommen und mit wenigen redaktionellen Änderungen in die Planung eingearbeitet. Eine inhaltliche Änderung der Planung und damit eine erneute Auslegung waren nicht erforderlich. Bei der Erschließung des Baugebiets Reiterbergerstraße im Ortsteil Kirchensur sind zusätzliche Arbeiten notwendig. Der Gemeinderat genehmigte dafür Nachträge in Höhe von insgesamt rund 26.000 Euro.

Bürgermeister Konrad Linner (GLA) informierte darüber, dass im Zuge der Arbeiten auch der Kurvenradius von der Bachstraße in die Reiterbergerstraße um etwa einen halben Meter erweitert werden könne. Dafür muss die rund fünf Meter lange Uferstützmauer am Kirchensurer Bach erneuert werden.

Die bestehende Mauer weist mehrere Längsrisse auf und ist nicht mehr in idealem Zustand.

Verkehrssituation
verbessern

„Es macht Sinn, die Prallwand bei Hochwasser zu erneuern“, sagte Linner. Gleichzeitig ergebe sich dadurch eine gute Möglichkeit, die beengte Verkehrssituation in diesem Bereich zu verbessern. Die neue Stützmauer wird auf Kosten der Gemeinde errichtet.

Für die Erneuerung der Stützmauer fallen rund 24.300 Euro an. Zusätzlich sollen auf Anregung der Anlieger leistungsfähigere Straßeneinläufe eingebaut werden. Aufgrund des Gefälles können diese das anfallende Wasser besser aufnehmen. Dafür werden weitere rund 1.700 Euro fällig.

Der Gemeinderat stimmte den zusätzlichen Arbeiten in Höhe von insgesamt 26.000 Euro zu. Gemeinderätin Christl Kerstens war wegen persönlicher Beteiligung von der Beratung und Abstimmung ausgeschlossen.

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