Stopselclub feiert Besucheransturm

von Redaktion

400 Oldtimer sorgen für Rekordbesuch in Mietraching

Mietraching – Zum Mekka der Oldtimerfreunde und deren Besitzer wurde am vergangenen Sonntag das Sommerfest des Stopselclubs Mietraching. Hatten die „Stopsler“ zuvor im zweijährigen Rhythmus zum Bulldog-Treffen eingeladen, traf sich heuer alles, was zwei und vier Räder hatte, und der „Auftrieb“ brach alle Rekorde. Letztlich dürften es an die 400 Fahrzeuge gewesen sein, die gekommen waren. Innerhalb kürzester Zeit war nicht nur die Wiese beim „Kirmer“ bis auf den letzten Platz besetzt, auch die Dorfstraße sowie die angrenzenden Straßen, sodass die später angereisten Veteranenbesitzer auf das nahe B&O-Gelände ausweichen mussten.

Bereits kurz vor Mittag waren nicht nur die „Meldezettel“, auf denen die Daten der Oldtimer wie etwa Hersteller, Typ oder PS aufgeführt waren, vergriffen, sondern auch die Geschenke in Form einer kleinen Wasserwaage, die gleichzeitig als Flaschenöffner verwendet werden kann. Alle Hände voll zu tun hatten Martina und Leonie Schweiger an der Anmeldung, die unisono meinten: „Wir haben schon mit vielen Teilnehmern gerechnet, aber dass uns die Meldebögen und die Geschenke ausgehen, das war noch nie da“.

Historische Schlepper
und seltene Zweiräder

Beeindruckt von den vielen Fahrzeugen und dem Besuch war auch Stopselclub-Vorsitzender Thomas Willmann. Er hatte zusammen mit seinem Team dafür gesorgt, dass von der Anreise über die Aufstellung bis zur Abfahrt der Fahrzeuge alles bestens funktionierte.

Zu sehen waren im Bereich der Schlepper nahezu alle Marken, von Deutz, Eicher, Fendt, McCormick und Schlüter über Hanomag, Güldner, Stihl und Lanz bis hin zu Mercedes (MB-Trac). Teils mit historischen Anbauteilen wie Ballenpresse, Zapfwellen-Vorrichtung für Güllekompressoren und Balken-Mähwerk. Ein absoluter Blickfang waren dabei die auf Hochglanz herausgeputzten Porsche-Veteranen der „Porschefreunde Großkarolinenfeld“. Deren Vorsitzender Georg Zeltsperger freute sich über die zahlreichen Besucher, die sich nach den Besonderheiten der roten PS-Veteranen erkundigten. „Des ghert einfach dazua“, so Zeltsperger, der alle Fragen aus dem Stegreif beantwortete.

Gut besetzt war auch die Motorrad-Sparte. Namen wie Kreidler oder Zündapp sagten den meisten jüngeren Besuchern nichts mehr, doch sie bestaunten diese ebenso wie diverse Modelle der legendären Vespa oder anderer nostalgischer Roller. Eine Art „Fahrrad mit Hilfsmotor“ war eine „Miele HS2“ aus dem Jahr 1937 mit 2,3 PS. Voll des Lobes über die Organisation waren Gerd Sundmacher und Ronny Prinz, die ihre BSA-Zweiräder vorgefahren hatten. Blitzblank standen die Typen „Victor Spezial“ mit 18 PS aus dem Baujahr 1964 (Sundmacher) und „Feuervogel“ mit stolzen 54 PS aus dem Jahr 1969 in Mietraching.

Auf ihre Kosten kamen auch die Liebhaber von Pkw, Lkw, Sport- und Rennwagen, aber auch „Familienautos“ oder US-Limousinen wie Pontiac (mit Original-Autogrammen von Cornelia Froboess und Sophia Loren an der Windschutzscheibe) oder Imperial, Chevrolet und Corvette. Nicht fehlen durften auch einige VW-Käfer aus der Zeit des „Wirtschaftswunders“. Die Eigentümer erlaubten oftmals einen Blick unter die Motorhaube oder ins Innenleben. Schaltgetriebe und Lenkung ohne „Servo“ waren damals Normalität und würden so manchen, der in neuerer Zeit seine Fahrerlaubnis erworben hat, vor anspruchsvolle Herausforderungen stellen. Das Zubehör wie die gestrickte „Klopapierrolle“ fehlte dabei ebensowenig wie „Wackeldackel“, Kofferradio oder Kassettenrecorder. Selten zu sehen sind der vorgefahrene Alfa-Romeo-Rennwagen oder ein Trabant aus der ehemaligen DDR, beide im Originalzustand erhalten.

Nach dem Rundgang über das Gelände nutzten die Besucher Festzelt und Biergarten am Gemeindehaus und ließen sich die Spezialitäten aus der „Stopselclub-Küche“ sowie kühle Getränke schmecken. Auch hier jagte ein Rekord den nächsten: Nicht nur, dass die Sitzgelegenheiten innerhalb kürzester Zeit „vergriffen“ waren, auch das Küchenteam musste pausenlos für Nachschub sorgen.

„Um 10.30 Uhr waren alle Weißwürste verkauft und gegen 12.30 Uhr hatten wir die 25 Kilo Kartoffel-Gurkensalat zu Rollbraten, Fisch und Grillfleisch an den Mann beziehungsweise an die Frau gebracht“, berichtete Florian Fraunholz nicht ohne Stolz.

Ein großes Lob galt auch den fleißigen Helfern an der Schänke und in der „Spülküche“ sowie den Bedienungen. Mit dem Ochsen- und Kesselfleisch-Essen endete das Sommerfest, welches mit dem von Claudia Pichler gestalteten Kabarett-Abend begonnen hatte.

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