Neue Lkw-Parkplätze an der A8: „Eulenauer Filz“ wird ausgebaut

von Redaktion

Tausende Lkw am Irschenberg und Umgebung, aber bisher nur ein knappes Dutzend Stellplätze für Brummis

Bad Feilnbach/Irschenberg – Lkw sind für die Wirtschaft unverzichtbar, sorgen auf den Straßen aber regelmäßig für Ärger. Vor allem, wenn sie sich gegenseitig überholen oder irgendwo stehen, wo sie nicht stehen sollen. Besonders angespannt ist die Parkplatzsituation an der A8 bei Irschenberg. Viele Fahrer finden keinen geeigneten Stellplatz und müssen ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten dennoch einhalten.

Deshalb wird am Parkplatz „Eulenauer Filz“ gebaut. Statt bisher zehn sollen künftig 41 Lkw-Stellplätze zur Verfügung stehen. Die Autobahn GmbH Südbayern investiert dafür 12 bis 15 Millionen Euro. Bürgermeister Florian Pichler kennt die Situation: Der Parkplatz sei ständig voll, manche Lkw-Fahrer würden aus Parkplatznot gefährliche Parkmanöver machen. „Wie die Lkw hier oft parken, das ist vogelwild“, sagt Pichler.

Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen. Grund für die lange Bauzeit ist der schwierige Untergrund: Der Moorboden muss mehrfach aufgeschüttet werden und sich jeweils über Wochen setzen. Der 3,7 Hektar große Parkplatz erhält zudem große Müllbehälter und eine Toilette.

Auch die Sauberkeit ist ein Problem. Johann Oberauer von der Autobahnmeisterei Rosenheim berichtet, dass seine Kollegen täglich die Rast- und Parkplätze kontrollieren und reinigen. An warmen Sommerwochenenden verdoppele sich der Arbeitsaufwand. Sein Appell an Reisende: „Bitte hinterlasst die Parkanlagen, wie ihr sie vorzufinden wünscht.“

Der neue Parkplatz soll jedoch nur ein erster Schritt sein. Zwei weitere Anlagen sind geplant: eine in Moos auf der Gegenfahrbahn sowie ein Parkplatz mit WC-Anlage in Otterfing. Zusätzlichen Parkdruck verursachen die regelmäßigen Blockabfertigungen bei Kiefersfelden in Richtung Tirol.

Auf der A8 sind täglich zwischen 30.000 und 40.000 Fahrzeuge unterwegs, darunter laut Straßenverkehrszählung allein im Bereich Irschenberg 4.000 bis 5.200 Lkw. Autobahn-GmbH-Direktor Michael Kordon sieht deshalb einen wachsenden Bedarf. „In den vergangenen 30 Jahren wurde der zunehmende Verkehr jährlich spürbarer“, weiß Michael Kordon. Bemerkbar mache sich das etwa am Müllaufkommen auf den Raststätten. Auch wenn der Parkplatz notwendig erscheint, so bereitet das Betreibern und Autobahnmeisterei bereits jetzt Sorge. Einen festen „Masterplan Lkw-Parkplätze“ gebe es allerdings nicht, da mögliche Standorte von Fläche, Anwohnern und örtlicher Infrastruktur abhingen.

Lässt sich der Ausbau beispielsweise mit dem ansässigen Bahnverkehr in Einklang bringen? Mit deutscher, österreichischer und italienischer Bahn ist die Autobahn GmbH darum in ständigem Austausch. „Wir haben alle die gleichen Probleme: Die Infrastruktur ist alt, nicht auf den aktuellen Verkehr ausgelegt und muss deshalb dringend erneuert werden“, weiß Kordon. Zugleich müssen sich alle Unternehmen abstimmen, um möglichst wenige Verkehrseinschränkungen für Personen- und Lieferverkehr zu verursachen.

Trotz aller Belastungen müsse man die Bedeutung der Lastwagen sehen, betont Kordon: „Man kann über Lkw jammern, ja – aber sie sind immer noch unglaublich wichtig.“ Schließlich sorgen sie dafür, dass Waren und Lebensmittel ihr Ziel, sprich: die Verbraucher, erreichen. Mehr Parkplätze für die vorgeschriebenen Ruhezeiten dienen damit auch der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer auf den Autobahnen. Katharina Röhrl

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