Reisefreiheit ist Frage des Geldes

von Redaktion

Zwei Männer dürfen nach Kontrolle weiterfahren, einer nicht

Kiefersfelden – Ob eine Reise im Anschluss an eine Grenzkontrolle fortgesetzt werden kann, ist manchmal auch eine Frage des Geldes. Diese Erfahrung haben am Mittwoch, 26. August, mehrere gesuchte Männer an der A93 bei Kiefersfelden gemacht. Doch obwohl keiner der drei seine Justizschulden bei den Bundespolizisten begleichen konnte, fand die Fahrt nur für einen von ihnen ein Ende.

Einen Rumänen brachten die Beamten von der Kontrollstelle in die Justizvollzugsanstalt nach Bernau, so Dr. Rainer Scharf, Sprecher der Bundespolizei. Wie sich bei der Überprüfung seiner Personalien herausstellte, hatte das Erlangener Amtsgericht gegen den 23-Jährigen einen Strafbefehl erlassen. Wegen Körperverletzung war Ende 2025 eine Geldstrafe in Höhe von 7.500 Euro festgesetzt worden. Mangels finanzieller Möglichkeiten musste der Rumäne ersatzweise einen 75-tägigen Haftaufenthalt antreten.

Dagegen blieb einem Ungarn, der eine Geldstrafe in Höhe von 1.200 Euro zu begleichen hatte, der Gang ins Gefängnis erspart. Die Bundespolizei fand bei der Einreisekontrolle des 32-Jährigen heraus, dass das Amtsgericht Passau diesen Betrag seit April 2025 wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz gefordert hatte. Da der Mann nicht über so viel Geld verfügte, bat er seine Freundin telefonisch um Unterstützung. Diese zahlte das Geld bei einem Polizeirevier in Frankfurt am Main ein. Im Anschluss durfte der ungarische Staatsangehörige seine Reise fortsetzen.

Ein Bulgare konnte von der Kontrollstelle an der Inntal-Autobahn aus ebenfalls weiterreisen, obwohl er sogar von zwei Justizbehörden gesucht wurde. Wegen eines verübten Einbruchsdiebstahls hätte der Mann 820 Euro, die er erbeutet hatte, abgeben sollen. Ging nicht: Der 51-jährige hatte nur 40 Cent dabei. Immerhin konnte die Bundespolizei aber seine neue Wohnadresse ausfindig machen und die Staatsanwaltschaften Osnabrück und Berlin entsprechend informieren. Hintergrund sind, so Scharf, hierbei laufende Ermittlungen wegen Betrugs.

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