27-jähriger Motorradfahrer verunglückt tödlich bei Törwang

von Redaktion

Heftige Kollision mit Auto auf Kreisstraße RO9 – Fordernder Einsatz für Helfer – Unfallursache noch unklar

Samerberg – Im Gras lag ein schwer beschädigtes schwarzes Motorrad, eine Suzuki. Ein rotes Auto der Marke Ford stand mitten auf einer Kreuzung, die rechte hintere Tür eingedrückt. Auf der Straße, unter einer schwarzen Plastikplane, lag der junge Motorradfahrer, der bei dem Unfall am frühen Abend des Montags zwischen Törwang und Achenmühle sein Leben verloren hatte. Zufällig Anwesende hatten sich noch um die Reanimation des Traunsteiners bemüht.

Komplizierte Arbeit
der Ermittler

So schrecklich klar sich das Bild des Unfalls darstellte, so kompliziert ist die Arbeit der Ermittler in den Stunden und Tagen danach. Eine solche Unfallstelle, an der ein Mensch ums Leben gekommen ist, wird – was die Sorgfalt der Ermittlungen betreffe – grundsätzlich wie ein Tatort behandelt. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Traunstein wurden auch Sachverständige eingeschaltet. In einem technischen Gutachten lassen sich, beispielsweise durch Verformungen, Aussagen zur Geschwindigkeit der Unfallbeteiligten treffen. Das unfallanalytische Gutachten wiederum befasst sich mit dem Ablauf des Geschehens.

Fest steht, dass ein 75-jähriger Mann mit seinem roten Ford von Achenmühle aus kommend nach links in Richtung Grainbach abbiegen wollte. Ihm entgegen kam der 27-jährige Motorradfahrer aus Traunstein. Er wollte vermutlich nach Achenmühle fahren, kollidierte aber mit dem abbiegenden Autofahrer. Ob dieser den Motorradfahrer übersehen hatte oder ob der Traunsteiner vielleicht zu schnell unterwegs gewesen sein könnte, müssen nun die Gutachter klären.

Der Aufprall war gewaltig. Überall auf der Straße hatten sich kleinere Trümmer verteilt. „Gegen 18.16 Uhr kam die Unfallmeldung herein“, sagte der Kommandant der Törwanger Feuerwehr, Matthias Wimmer, gestern gegenüber dem OVB. Mit etwa 15 Rettern war die Törwanger Wehr am Unfallort. Erst gegen 23.15 Uhr sei der Einsatz beendet gewesen.

Ein fordernder Einsatz, weswegen auch ein Kriseninterventionsteam am Ort des Geschehens war. Wimmers Vize, Martin Piezinger, habe nach dem Einsatz das Gespräch mit den Helfern gesucht. Es gehe den Einsatzkräften so weit gut, so Wimmer. Der 75-jährige Autofahrer sei hingegen „sehr angegriffen“, erklärte Karin Walter, Erste Polizeihauptkommissarin bei der Polizeiinspektion Brannenburg.

Die Kreisstraße RO9 ist im Bereich Samerberg so etwas wie ein Unfallschwerpunkt. Dieser Streckenabschnitt der RO9 taucht regelmäßig in den Polizeimeldungen auf.

Im Mai 2026 war es bei Eiding auf der RO9 zu einem Unfall gekommen, als ein voll beladener Silozug umkippte und eine Böschung hinabstürzte. Die Fahrerin wurde leicht verletzt.

Gutachter rekonstruieren das Geschehen

Vor etwas mehr als einem Jahr, im Mai 2025, verlor auf der Strecke ein junger Autofahrer in einer Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug. Das Auto brach aus und krachte frontal in den Gegenverkehr, wobei fünf Personen teils schwer verletzt wurden.

Was die Ursachen des Unfalls vom vergangenen Montag betrifft, rechnet die Polizei mit zwei, drei Wochen für die Bemühungen der Gutachter. Die haben zwar die Details und Spuren schon in den Stunden nach dem Unfall gesammelt. Die Rekonstruktion des Geschehens, die Arbeit, die Teile des Puzzles zusammenzusetzen, benötigt ihre Zeit.

Michael Weiser und
Jennifer Beuerlein

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