Rosenheim – Trotz angespannter Haushaltslage hat der Kreistag des Landkreises Rosenheim beschlossen, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) moderat auszubauen. Wie das Landratsamt mitteilt, stimmte der Kreistag nach ausführlicher Debatte dafür, die im Haushaltsplan für den ÖPNV vorgesehene Summe für das Jahr 2027 um 400.000 Euro auf 3,7 Millionen Euro anzuheben. Bisher stehen 3,3 Millionen Euro im Etat.
In seinem Beschluss erkennt der Kreistag die Bedeutung des ÖPNV für die weitere Entwicklung der Region hinsichtlich Wirtschaft, Umwelt, Verkehr und sozialer Teilhabe an. Um eine Grundlage für die künftige Ausgestaltung des Nahverkehrs zu schaffen, hatte der Mobilitätsbeauftragte des Landkreises, Martin Aerzbäck, dem Umweltausschuss vier Varianten vorgestellt.
Variante eins sah vor, den jährlichen Aufwand von 3,3 Millionen Euro unverändert beizubehalten – mit der Folge, dass das Angebot aufgrund steigender Kosten reduziert werden müsste und perspektivisch wohl nur noch Schülerverkehre möglich wären. Diese Variante verwarf der Kreistag als praktisch unrealistisch. Variante zwei sieht das unveränderte Fortführen des aktuellen ÖPNV-Angebots vor, was bis 2032 Mehrkosten von gut acht Millionen Euro verursachen würde. Ein moderater Ausbau um etwa vier Prozent jährlich – Variante drei – würde im gleichen Zeitraum für Mehrkosten von knapp 13 Millionen Euro sorgen. Variante vier, die eine Angebotserweiterung um etwa 15 Prozent jährlich vorsieht, würde den Aufwand bis 2032 um mehr als 38 Millionen Euro steigern.
Die Erhöhung des Haushaltsansatzes auf 3,7 Millionen Euro ergibt sich aus einem Mittelwert der Varianten zwei und drei, für den sich der Kreistag für den kommenden Haushalt entschied. Die Landkreis-Verwaltung und der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) wurden beauftragt, unter Einbindung des Umweltausschusses die Varianten zwei, drei und vier näher auszuarbeiten.
Der 2019 vom Kreistag verabschiedete Nahverkehrsplan des Landkreises soll zudem fortgeschrieben und weiterentwickelt werden. In der Sitzung hatten Dr. Markus Haller und Detlev Metzner vom MVV die Neuaufstellung des Nahverkehrsplanes empfohlen, sofern das ÖPNV-Angebot weiter ausgebaut werden solle. In der Sitzung hatte Landrat Otto Lederer angekündigt, dass der Kreistag 2027 die Rahmenbedingungen für die Ausschreibung des Nahverkehrsplanes festlegen werde.