Den Ehrenamtlichen ein Podium geben

von Redaktion

Mit Amtszeitbegrenzung will der Kreistag Ehrenämter auf Kreisebene attraktiver machen

Rosenheim – Die ehrenamtlich Beauftragten des Landkreises Rosenheim werden zukünftig alle drei Jahre neu bestellt. Der Kreistag hat mit diesem Beschluss eine seit Jahrzehnten geltende Praxis aufgehoben, denn bisher gab es in der Kreisheimat- und Volksmusikpflege keine Amtszeitbegrenzungen. Neu ist auch, dass die Ehrenamtlichen einmal im Jahr Gelegenheit erhalten, im Kreistag über ihre Tätigkeiten zu berichten.

Landrat Otto Lederer machte deutlich, dass die Befristung und der jährliche Bericht keine Misstrauensbekundungen sein sollen: „Ganz im Gegenteil, der Kreistag möchte, dass die ehrenamtlich Beauftragten sichtbarer werden.“ Der Landrat berichtete zudem, dass Bewerber von der Aussicht auf ein „lebenslanges“ Ehrenamt vielfach abgeschreckt werden. Die Begrenzung auf drei Jahre, so die Hoffnung, sorgt dafür, dass ein Engagement im Ehrenamt attraktiver wird. Im Vorfeld der Kreistagssitzung waren alle Amtsinhaber gefragt worden, ob sie weiterhin zur Verfügung stehen. Kreisheimatpflegerin Dr. Evelyn Pechinger-Theuerkauf aus Rott und Kreisheimatpfleger Michael Stratbrücker aus Bad Aibling kündigten an, ihr Ehrenamt aufzugeben. Der Kreistag entband sie zum 1. Januar 2027 von ihren Ämtern.

Karl Aß aus Prien und Daniel Hoheneder aus Brannenburg erklärten dagegen, ihre Ämter weiterhin ausüben zu wollen. Sie wurden bis zum 31. Dezember 2029 zu ehrenamtlichen Kreisheimatpflegern berufen. Auch die ehrenamtliche Volksmusikpflege bleibt bis dahin in den Händen von Ernst Schusser aus Bruckmühl.

Seit 40 Jahren übt der in der Kreistagssitzung anwesende Karl Aß das Amt des ehrenamtlichen Kreisheimatpflegers aus. Stellvertretend für seine Arbeit berichtete er von seinem jüngsten Projekt. Ein Jakob Carnutsch zugeschriebenes Gemälde war nach einer von ihm kuratierten Ausstellung über vergessene Künstler im Chiemgau aufwendig restauriert worden. Im Sommer kehrte es in die Pfarrkirche von Aschau zurück. Die vom Kreistag beschlossene Begrenzung der Amtszeiten kritisierte Aß. Unabhängig davon bleibt er Kreisheimatpfleger. Landrat Lederer überreichte ihm die Ernennungsurkunde.

Jährliche Berichte sollen auch von den Ehrenamtlichen im Bereich der Kreisarchivpflege sowie von den Seniorenbeauftragten und den Beauftragten für die Menschen mit Behinderungen präsentiert werden. Bekannt wurde, dass die Seniorenbeauftragte des Landkreises, Ute Wilhelmi, ihr Amt Ende des Jahres niederlegen möchte.

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