Rohrdorf – Schon wieder hat ein tragischer Verkehrsunfall zwei junge Menschen aus dem Leben gerissen. Am späten Donnerstagabend (10. September) starben bei Achenmühle eine 19-jährige Frau und ein 26-jähriger Mann aus dem Landkreis Rosenheim. Familien und Freunde stehen unter Schock. In der Nacht überbrachte ihnen die Polizei die Nachricht vom Tod ihrer Kinder. Die Mitarbeiter der psychosozialen Notfallversorgung des BRK-Kriseninterventionsdienstes und Notfallseelsorger standen den Hinterbliebenen in diesen schweren Stunden zur Seite.
Die Polizei begann noch vor Ort mit der Spurensuche, um die Ursache für den verheerenden Unfall zu ermitteln. Bekannt ist bisher, dass die beiden tödlich Verunglückten mit ihrem Motorrad von Achenmühle in Richtung Rohrdorf unterwegs waren. Dort gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde. Auf Höhe der Anschlussstelle Achenmühle in Richtung Salzburg stießen sie mit einem BMW zusammen, der in der Gegenrichtung unterwegs war.
Viele Details sind
noch unklar
Die Frage nach dem Warum sollen analytische und technische Unfallgutachten beantworten. Bekannt sind nach Angaben der Polizei bisher nur wenige Details. Die Kawasaki ist offenbar in die Beifahrerseite des BMW geprallt. Dabei müssen so starke kinetische Kräfte gewirkt haben, dass das Motorrad in der Mitte zerrissen wurde. Für den Kradfahrer und die Sozia kam jede Hilfe zu spät. Sie verstarben noch am Unfallort. Andere Unfallbeteiligte, Ersthelfer und Zeugen wurden vom Kriseninterventionsdienst betreut.
Mit etwa 50 Rettungskräften waren die Feuerwehren Höhenmoos, Rohrdorf und anfangs auch Frasdorf und Lauterbach im Einsatz. Sie riegelten die Kreisstraße ab, sicherten Unfallstelle und beteiligte Fahrzeuge. „Die Kreisstraße RO5 ist an der Autobahnanschlussstelle Achenmühle ein Unfallschwerpunkt“, sagt der Einsatzleiter und Höhenmooser Kommandant Erich Turetschek.
Die Feuerwehren unterstützen Polizei und Gutachter auch bei der Suche nach Unfallspuren. Mit Taschenlampen suchten sie die Umgebung nach Trümmerteilen ab. „Das sind alles wichtige Indizien für die Ermittlung des Unfallhergangs“, erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern, denn jeder Unfallort sei auch ein Tatort. In das Gutachten fließen Untersuchungen zum Zustand der beteiligten Fahrzeuge sowie zur Art und Intensität der Deformationen ein. Auf der Straße können mögliche Asphaltprellmarken und Bremsspuren Anhaltspunkte für den Unfallhergang liefern. Auch Witterungs-, Straßen- und Lichtverhältnisse spielen eine Rolle.
Bis etwa 3 Uhr untersuchten Polizei und Gutachter akribisch die Unfallstelle. Erst danach konnte die Straße wieder freigegeben werden, war auch der Einsatz für die Höhenmooser und Rohrdorfer beendet. „Wir haben noch beieinander gesessen und kurz geredet“, sagt Kommandant Erich Turetschek, der nach dem schweren Einsatz sichergehen wollte, dass all seine Leute damit klarkommen. Auch die Rohrdorfer verharrten noch im Gerätehaus, um den Einsatz zu verarbeiten.
Die Serie an dramatischen Motorradunfällen in der Region reißt nicht ab. Nach Informationen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ereigneten sich im Landkreis Rosenheim in diesem Jahr bereits 75 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Motorrädern. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 82 Unfälle. Bei etwa 90 Prozent der Unfälle wurden Personen verletzt. In den vergangenen Wochen verloren dabei vier junge Menschen aus der Region ihr Leben: eine 19-Jährige und ein 26-Jähriger bei Achenmühle, ein 27-Jähriger zwischen Törwang und Achenmühle und ein 28-jähriger Rosenheimer bei Thann.