Nur den „Man after Midnight“ von ABBA können die Blaskapellen (noch) nicht liefern

von Redaktion

Dreder Musi und Karolinenfelder bringen die Leute in den Bierburgen jeden Abend zum Kochen – „Mon Amour“ hat das Zeug zum Wiesnhit 2026

Rosenheim – Gefeiert, gesungen und getanzt wird täglich auf dem Herbstfest, aber welche Wiesn-Hits starten so richtig durch? Im Flötzinger-Festzelt tippt Chef-Dirigent Roland Merk von der Dreder Musi auf „Mon Amour“ von Adrian Vogt, Marc Eggers und Paul Frege (Original von Hecht): „2026 der absolute Hit. Da gehen die Leute voll mit.“ Dabei sei „Mon Amour“ kein reines Spaßlied, sondern gebe auch vom Text etwas her und spreche vielen aus dem Herzen. Bereits bei Festen sei dies seinen „Dredern“ zuletzt aufgefallen. Merk: „Deshalb ist das mein und unser klarer Favorit.“

Der Song „Sophia Loren“ von „Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys“ sei zwar „aa ganz guad“, doch irgendwie ein zweiter Teil – wie bei einem Kinofilm – des 2025er- Wiesnhits „Bella Napoli“.

Klar: Die absoluten Klassiker ziehen auch 2026, etwa das „Bobfahrerlied“ von Willy Michl. Die Post geht auch bei „Major Tom“ (Peter Schilling), „Sex on Fire“ (Kings of Leon) oder „Living on a Prayer“ (Bon Jovi) ab – wie überhaupt Rockiges gut zieht. „Da gehen die Leute voll ab, brüllen und singen auch ein bisserl“, lacht Merk.

Auch ABBA erlebt ein Revival – von „Mamma Mia“ bis „Gimme! Gimme! Gimme! (A Man after Midnight“) – nur den echten Postmitternachtsmann zum Song kann die Dreder Musi (noch) nicht dazu liefern. Aber das schaffen Amazon und die KI auch (noch) nicht. Da müssen sich die mehr oder weniger aufgebrezelten Damen (noch) selber umschauen – auf der Après-Wiesn in den Bars und Lokalen in der Innenstadt zum Beispiel oder auf Tinder.

Merk hat mit seinen Musikern über 20 neue Songs im Programm. Sie spielen Austropop von STS oder Oberkrainern als Kontrastprogramm und Uralt-Klassiker wie „Gloria“ (Umberto Tozzi) oder „Die Puppe (Du bist a moderne Hex)“ vom Duo Nickerbocker & Biene von 1982.

Genauso hoch her geht es im Auerbräu. Dort legen sich der musikalische Leiter Karl Beinhofer und Franz Vordermayer (geschäftlicher Leiter) von den Karolinenfeldern in Sachen Wiesn-Hit 2026 nicht fest: Es gebe einige Kracher, doch den einen „Superwiesnhit 2026“ gibt es für sie nicht. „Aber wir haben schon ein paar Nummern im Angebot, die spürbar besser ankommen“, weiß Beinhofer. „Mon Amour“ jedoch habe sich im Auer noch nicht so klar herauskristallisiert.

Sehr gut laufen Italo-Songs wie „Velocità“ von den unvermeidlichen Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys – wie erneut „Bella Napoli“ und „Sarà perché ti amo“ (Ricchi e Poveri). Den Song „Sophia Loren“ gibt es natürlich auch auf der Auerbräu-Bühne, doch „so oft haben wir das Lied noch nicht gespielt“ – weil das Lied zu textlastig ist.

Ein absoluter Selbstläufer für die Karolinenfelder ist der Klassiker „Sweet Caroline“ von Neil Diamond: „Immer ein Türöffner – da springen alle an.“ Auch ein Queen-Medley zieht gut beim Auerbräu-Publikum. Und nicht zu vergessen: das Bobfahrerlied, samt Sitz-Polonaise auf dem Hosenboden quer durch die ganze Halle. Und kaum ist das Bob-Wagerl im Ziel, hebt die Menge schon wieder ab, mit Major Tom – „vööööllig schwerelooooos“. stl

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