Starbulls auf der Wiesn: Waterloo, KGB und Eishockey vom anderen Stern

von Redaktion

Aus 0:4 mach 4:0: Wie im letzten Turnierspiel in Meran verloren, so gewannen die Starbulls die Sympathien beim Wiesn-Besuch im Flötzinger-Festzelt schnell zurück. Für die Dirigenten Luici Calce, Lewis Zerter-Gossage, Erik Ullmann und Christopher Kolarz (von links) gab es beim „Auswärtsspiel“ auf dem Musikpodium sogar stehende Ovationen. Dass die Dreder Musi dazu „Waterloo“ von ABBA spielte, ist hoffentlich kein Omen für die neue Saison, sondern bloß ein Willkommens-Zuckerl für den schwedischen Neuzugang Erik Ullmann. Kein „Waterloo“, sondern gleich mehrere Eishockey-Sternstunden haben die Rosenheimer Fans übrigens vor genau 40 Jahren erleben dürfen. Da trug der SBR 1986 das Europacupfinale aus – und der ZSKA Moskau spielte das wohl schnellste, perfekteste und atemberaubendste Eishockey, das jemals in Rosenheim zu sehen war. Für Stars wie Sergei Makarov (heute 68), Igor Larionow (65), Viacheslav Fetisov (68) und Vladimir Krutov († 2012, er wurde nur 52) waren die Finalgegner Södertälje (Schweden), Rosenheim, Iglau (CSSR) und St. Gervais (Frankreich) nur bessere Trainingspartner. Moskau gewann alle vier Spiele haushoch – bei einem Gesamttorverhältnis von 46:0! Rosenheim, mit Kapitän Ernst Höfner immerhin Dritter hinter ZSKA und Södertälje, verlor gegen das russische „Staatsballett“ „nur“ mit 0:8 – weil SBR-Goalie Jiri Kralik einen Sahnetag erwischte. Ob die Armeesportklubskanonen nach ihrem Triumph noch etwas Festmärzen erwischten bei einem geheimen und vom KGB überwachten Wiesn-Abstecher – das lässt sich heute nicht mehr feststellen. Aber das ist (rechtes Bild von links) Neu-Torhüter Daniel Fießinger, dem neuen kanadischen Stürmer Keaton Mastrodonato, Top-Verteidiger Shane Hanna (seit drei Jahren in Rosenheim, hat für drei weitere Jahre verlängert) und Stürmer Luigi Calce (geht in sein zweites Starbulls-Jahr) sicher so wurscht, wie wenn in Moskau ein Radl umfällt. 40 Jahre später haben sie nur die Saison 2026/27 im Blick. Und vielleicht gibt‘s dann ja eine neue Sternstunde: den Aufstieg aus der zweiten in die erste Liga. ruprecht

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